Im Rahmen der bevorstehenden Wahlen im April des nächsten Jahres wird die Bevölkerung von Zürich ihren Regierungsrat neu bestimmen. Drei amtierende Mitglieder treten nicht mehr an, darunter die FDP-Vertreterin Carmen Walker Späh. Die FDP entschied sich für eine einzige Kandidatur mit Nationalrat Andri Silberschmidt.
Der 32-jährige Silberschmidt gilt als vielversprechendes Talent der FDP und wurde schon mit 25 Jahren in den Nationalrat gewählt. Er ist bekannt für seine Verhandlungsgeschicklichkeit, fehlt aber an Erfahrung im Exekutivbereich.
Die Partei verzichtet vorerst auf einen zweiten Sitz, den sie seit 2019 nicht mehr innehat. FDP-Präsident Filippo Leutenegger betont die Priorität, die bürgerliche Mehrheit zu sichern und kündigt an: “Sobald eine Vakanz bei einer anderen bürgerlichen Partei entsteht, werden wir eine starke Kandidatur präsentieren.”
Silberschmidt wird als Garant für den Erhalt des FDP-Sitzes im Regierungsrat betrachtet und seine Strategie als fokussiert und erfolgsorientiert beschrieben.
Der Zürcher Regierungsrat besteht aus sieben Mitgliedern: Natalie Rickli (SVP) und Ernst Stocker (SVP), Carmen Walker Späh (FDP), Silvia Steiner (Mitte), Jacqueline Fehr (SP), Martin Neukom (Grüne) sowie Mario Fehr (parteilos).
Bislang kündigten drei Mitglieder ihren Rückzug an: SP-Vertreterin Jacqueline Fehr, die seit 2015 im Amt war und ihr Alter als Grund für den Abschied nennt. Ernst Stocker von der SVP tritt ebenfalls nicht mehr an, nachdem er bereits lange im Amt ist und bald 71 Jahre alt wird. Carmen Walker Späh von der FDP zieht sich zurück, da sie ihre Arbeit als abgeschlossen betrachtet.
Natalie Rickli von der SVP hat angekündigt, erneut zu kandidieren; sie ist bei den Wählern beliebt und relativ jung mit 49 Jahren. Die Pläne der übrigen Mitglieder sind noch unklar, darunter Baudirektor Martin Neukom und Bildungsdirektorin Silvia Steiner.
Zum aktuellen Stand des Wahlkampfs: Neben Andri Silberschmidt von der FDP werden weitere Kandidaturen diskutiert. Bei der SVP, die aktuell zwei Sitze hält, ist noch unklar, wer neben Rickli kandidieren wird; Martin Hübscher gilt als möglicher Nachfolger Stockers.
Die SP strebt einen zusätzlichen Sitz an und erwägt Kandidaturen von Priska Seiler Graf und Nicolas Galladé. Für die Mitte könnte Philipp Kutter interessant sein, falls Silvia Steiner nicht mehr antreten sollte. Die Grünliberalen nominieren Nora Ernst als erste potentielle Kandidatin für einen Regierungssitz.
Neben den größeren Parteien wird erwartet, dass kleinere Parteien und Einzelpersonen ebenfalls kandidieren, jedoch mit geringen Wahlchancen rechnen.