Kimi Antonelli, der italienische Mercedes-Pilot, holte sich den Sieg beim Großen Preis von Japan in Suzuka und wurde damit zum jüngsten Spitzenreiter im Weltmeisterschaftsklassement mit 19 Jahren und 216 Tagen. Nach seinem zweiten Saisonsieg äußerte er: «Auch wenn es noch früh im Rennjahr ist, sind wir auf einem guten Weg». Antonelli profitierte neben seinem Können und dem überlegenen Silberpfeil von einer Glückssträhne; ein Neutralisierungsmanöver vor der Rennhälfte ermöglichte ihm einen Boxenstopp ohne Zeitverlust. Er siegte mit einem Vorsprung von 13,7 Sekunden, während George Russell nach einem erfolglosen Reifenwechsel nur vierter wurde und die Führung an Antonelli abgeben musste.
Das Rennen in Suzuka stellte bereits jetzt wichtige Weichen im internen Mercedes-Duell. Russelts Frust über den falsch abgestimmten Wagen spiegelte sich in seiner Reaktion wider, als er sah, wie Antonelli bereits als «Wunderkind» gefeiert wurde.
Auch die nachfolgenden Fahrer zeigten bemerkenswerte Leistungen. Oscar Piastri von McLaren erreichte den zweiten Platz und machte damit seine Premiere in dieser Saison. Lando Norris, der Weltmeister im gleichen Auto, belegte nur Rang fünf. Charles Leclerc setzte sich in einem spannenden Duell gegen Lewis Hamilton durch, wobei es zu einer Berührung zwischen den Fahrzeugen kam.
Das anspruchsvolle Streckendesign von Suzuka betonte die Bedeutung des Fahrerkönnens. Viele Piloten kämpfen noch mit der Abstimmung ihrer Autos, insbesondere im Hinblick auf die Nutzung der Batterieleistung und Manöverstrategien. Rekordweltmeister Hamilton zeigte sich unzufrieden: «Statt Dritter bin ich nur Sechster geworden», erklärte er.
Die Formel 1 erlebt zwischen Begeisterung und Frustration eine Achterbahnfahrt. In der vierwöchigen Zwangspause nach den abgesagten Rennen im Nahen Osten werden die Teams ihre Entwicklungsarbeiten intensivieren. Teamchefs und Funktionäre planen, sich mit dem umstrittenen Reglement auseinanderzusetzen und realistische Anpassungen vorzunehmen. Die Sicherheitsaspekte rücken in den Fokus, nachdem ein Unfall des Haas-Piloten Oliver Bearman aufgrund eines Geschwindigkeitsüberschusses von über 50 km/h glimpflich verlief.
Die Komplexität in den Cockpits hat zugenommen. Die FIA könnte eine Regulierung der Zusatzleistung einführen, um die Sicherheit zu erhöhen – ein Vorschlag, dem selbst die Gewinner von Suzuka zustimmen würden. McLaren-Teamchef Zak Brown und Mercedes-Kommandant Toto Wolff betonen die Notwendigkeit, das Verständnis für das Auto und den Antriebsstrang weiter auszubauen.
Max Verstappen von Red Bull zeigt sich unzufrieden mit dem neuen Reglement und der Fahrzeugbalance. Er bleibt ein Befürworter der alten Schule und verweigert die Akzeptanz der veränderten Bedingungen, was seine Zukunft infrage stellt. Sein Vater Jos äußerte in den Medien Sorgen um dessen Motivation.
In Suzuka schloss Verstappen einen kritischen Journalisten aus seiner Pressekonferenz aus und zeigte eine zunehmend sture Haltung gegenüber seinem Renningenieur. In der bevorstehenden Pause möchte er Aktivitäten finden, die ihm zu einem Lächeln verhelfen.
Antonelli hingegen widmet sich vollständig dem Duell mit Russell und lehnt Ablenkungen ab: «Es könnte ein Duell zwischen uns beiden Mercedes-Fahrern werden», sagte er entschlossen.