Bereits innerhalb der nächsten zwölf Monate will die Stadtregierung von Luzern detaillierte Pläne für ein Parkprojekt präsentieren, das einen grünen Bereich entlang des Gleisverlaufs vorsieht. Die Idee eines Parks über den Gleisen ist bereits seit Jahren in Gesprächen und hat nun konkretere Konturen angenommen.
zentralplus-Leserinnen und -Leser zeigen sich begeistert von der Vorstellung, dass die Gleisanlage durch einen Park ersetzt wird. Vier von fünf Befragten sind der Meinung, dies wäre eine sinnvolle Maßnahme zur Verbesserung des städtischen Freiraums in der Neustadt.
Die Idee einer Überdachung der Gleise ist kein neues Konzept im Luzerner Stadthaus. Erstmals wurde es 2001 von der Stadt-SP ins Gespräch gebracht, als sie die Schaffung eines Stadtparks forderte. Mehrere Anträge folgten, doch die Komplexität und hohen Kosten des Vorhabens verhinderten bisher dessen Umsetzung.
Im Juli letzten Jahres kam es zu einem Durchbruch: Der Stadtrat präsentierte im Rahmen seines ersten Controllingberichts zur Stadtraumstrategie eine aufsehenerregende Machbarkeitsstudie, die von der Ingenieurgesellschaft Walt Galmarini AG erstellt wurde. Die Studie zeigt Möglichkeiten auf, die Gleisanlage zu überdachen, ohne den Schienenverkehr zu behindern, was für diesen Abschnitt als das Nadelöhr des Schweizer Bahnnetzes gilt.
Die vorgeschlagene Lösung ist eine Galeriekonstruktion aus Betonelementen mit begrünten Flächen. Über 465 Meter Länge und vier Brücken soll ein grün bewachsenes Band von etwa 11 bis 14 Metern Breite entstehen, anstatt eines geschlossenen Deckels.
Die Planung hat sich vom Tunnel auf eine Galerie verlagert, hauptsächlich aus Brandschutzgründen. Allerdings wird kritisiert, dass die Galerie weniger effektiv gegen Zuglärm schützen könnte. Der Stadtrat hat nun beantragt, einen Bevölkerungsantrag zu diesem Thema als erheblich zu erklären und beabsichtigt, im Jahr 2027 dem Parlament konkrete Pläne vorzulegen.
Die Kosten des Projekts sind noch ungewiss. Eine erste grobe Schätzung beläuft sich auf etwa 30 Millionen Franken, ohne die zusätzlichen Ausgaben für Bahntechnik und potentielle Risiken mit einzubeziehen.
Auch die SBB, als Eigentümerin der Gleisanlage, haben Bedenken geäußert, insbesondere hinsichtlich technischer Aspekte, Logistik und Denkmalschutz. Der Stadtrat plant daher, diese Fragen in einer detaillierten Studie weiter zu erforschen.
Die Finanzierung der Detailstudien erfolgt aus dem städtischen Haushalt.