Winterthur Stadt,12.04.2026 – 09:31
Ein Kita-Betreuer soll jahrelang Kinder missbraucht haben, obwohl es schon lange vor der Anzeige Warnhinweise gab. Diese Hinweise wurden ignoriert und der Mann wurde sogar weiterempfohlen.
In Winterthur ZH und Bern wird ein Kita-Mitarbeiter beschuldigt, über Jahre hinweg Kleinkinder sexuell missbraucht zu haben. Laut Anklage handelte er an fünfzehn Kindern. Dieser Fall zählt zu den gravierendsten Missbrauchsskandalen in der jüngeren Schweizer Geschichte.
Im Oktober 2020 wandte sich eine besorgte Mutter gemäß «NZZ am Sonntag» an die Winterthurer Kita. Ihre dreijährige Tochter hatte berichtet, dass ein Mann Wickel-Handschuhe trage und sich dann in den Schlafsaal begebe, wo er Kinder “streichle”.
Die Mutter teilte ihre Beobachtungen einer Gruppenleiterin mit, die ihr versprach, das Schutzkonzept zu überprüfen und sicherzustellen, dass niemand alleine mit Kindern sei. Darüber hinaus meldete sich ein Lehrling aus dem Personal bei der Kita.
Der Lehrling hatte den Mann im Schlafsaal erwischt, wie er sich ungewöhnlich über ein Kind beugte und es streichelte, bevor er erschrak und aufsah. Die Dachorganisation der Winterthurer Kita gab an, von diesen Vorwürfen bislang nichts gewusst zu haben.
Ab August 2022 war der Mann krankgeschrieben während die Ermittlungen liefen. Im Dezember 2022 verliess er die Einrichtung. In einer Mitteilung bedauerte die Kita seinen Weggang und dankte ihm für seine engagierte Arbeit.
Trotz laufender Untersuchungen wechselte der Mann im März 2023 zu einer Berner Kita, wo er erneut arbeitete. Eine Telefonanfrage bei der Winterthurer Kita ergab eine positive Referenz bezüglich seiner Fähigkeiten und seines Verhaltens.
In Bern wurde der Täter schliesslich zufällig beim Konsum von Kinderpornografie im Internet entdeckt. Bei einer Hausdurchsuchung wurden Videos mit Beweisen für die Übergriffe in den Kitas gefunden.