In der Gassenküche unter der katholischen Kirche Brugg AG herrscht heute ein Duft nach Tomatensauce. Der Spaghettiplausch ist das heutige Angebot dieser Küche, die seit einem Monat jeden Freitag geöffnet hat und von 13 bis 16 Uhr Mittagessen serviert. Die Mahlzeiten werden kostenlos an Randständige oder Suchtkranke ausgegeben, wobei der Service durch ehrenamtliche Helfer gewährleistet wird.
Christoph Hörmann vom Pastoralraum Brugg-Windisch, der das Projekt leitet, führt heute als Küchenchef. Er betont, dass die Gassenküche auf Wunsch eines Klienten eingerichtet wurde und bislang gut angenommen wird. Die Essensausgabe erfolgt in einem Raum mit etwa zwölf Gästen unterschiedlichen Alters, wobei das Rauchverbot für Alkohol und Drogen im Aushang steht. Regelbrüche führen zu Hausverbot oder zur Polizeieinbeziehung; jedoch seien die Regeln bislang gut eingehalten worden.
Kilian Meier, der mehrfach Entzüge hinter sich hat, schätzt das Angebot: “Es ist eine Hilfe, um nicht weiter abzugleiten und mich über Wasser zu halten.” Neben der Verpflegung bietet die Küche Unterstützung zur Selbsthilfe an. Sonia Gambella, eine Helferin mit eigener Suchterfahrung, betont den Wert von Gesprächen in diesem Rahmen.
Obwohl die Gassenküche den Grundbedarf teilweise deckt, kann sie die Probleme nicht vollständig lösen. Hörmann meint, dass ein übergeordnetes Angebot wie ein betreutes Haus nötig wäre. Der Aargau arbeitet an einer Lösung für derartige Angebote, wobei eine neue Suchtstrategie des Kantons erst Ende 2025 beschlossen wurde.
Die derzeitige Gassenküche läuft bis Herbst befristet und könnte verlängert werden, falls keine Alternativen vorhanden sind.