Ein F-15-Kampfflugzeug, das über dem Iran abgeschossen wurde, führte zu einer der kompliziertesten Rettungsaktionen in der Geschichte des US-Militärs. Details der Mission, die sich über den Ostersonntag hinzog, werden allmählich bekannt. In der Nacht auf Ostersonntag landeten Spezialkräfte der USA auf unbekanntem Terrain weit im Feindesland: eine sandige Landebahn südlich von Isfahan. Dieser Ort lag rund 500 Kilometer vom nächsten US-Militärstützpunkt am Persischen Golf entfernt und war über Satellitenbilder sowie alte Militärkarten ermittelt worden. Für einige Stunden entwickelte sich diese holprige Piste zu einem entscheidenden Dreh- und Angelpunkt der riskantesten Militäroperation im fünf Wochen alten Iran-Konflikt. Zwei MC-130J-Spezialflugzeuge der amerikanischen Luftwaffe landeten nacheinander, transportierten insgesamt vier MH-6-Helikopter der Kleinstgröße, auch „Little Birds“ genannt. Der Auftrag kam direkt vom Präsidenten: Es galt, einen seit zwei Tagen vermissten Luftwaffenoffizier aus Iran zu bergen. Informationen über die Mission sind knapp und manchmal widersprüchlich, basieren aber auf offiziellen Erklärungen sowie öffentlich zugänglichen Bildern. Diese belegen dramatische Vorkommnisse auf der iranischen Piste, dokumentiert durch Fotos und Videos der Revolutionswächter. Satellitenbilder zeigen am Ende des Flugfelds eine verbrannte Stelle. Nach Pentagon-Angaben kamen während der Aktion 155 Luftfahrzeuge zum Einsatz. Hunderte Soldaten waren beteiligt, darunter eine zweistellige Zahl direkt auf iranischem Boden, bedroht durch lokale Militäreinheiten. Die Entscheidung für die Mission löste Diskussionen aus: Präsident Donald Trump gab zu, dass nicht alle Berater einverstanden waren. Einige Militärs hielten den Einsatz für riskant. Dennoch befürworteten Regionalkommandant Admiral Brad Cooper und Oberster Militärberater General Dan Caine das Vorgehen. Die Notwendigkeit, innerhalb Irans einen provisorischen Stützpunkt einzurichten, war unerwünscht. Zuvor hatten die Amerikaner den Piloten eines abgeschossenen F-15E mit bewaffneten Helikoptern der HH-60W-Serie geborgen. Diese benötigten jedoch Luftbetankung und wurden von iranischen Augenzeugen gefilmt. Der zweite Besatzungsmitglied, ein Waffensystemoffizier, galt als vermisst. Er konnte am Samstag kontaktiert werden und kommunizierte mit einem speziellen Gerät über eine Satellitenverbindung. Eine erneute Rettung mittels bewaffneter Helikopter wurde aufgrund von Warnsignalen der Iraner abgelehnt. Die Amerikaner entschieden sich für einen robusten Plan: Ein Ad-hoc-Stützpunkt, ein sogenannter Forward Arming and Refueling Point. Dieses Konzept erinnerte an die gescheiterte Geiselbefreiung 1980 in Teheran, bekannt als Operation „Desert One“. Trotz des Risikos ging Trump diesen Weg. Eliteeinheiten der Air Force sind regelmäßig für solche Szenarien trainiert. Die verwendeten Helikopter, transportiert mit demontierten Rotoren, konnten schnell flugfähig gemacht werden. Währenddessen deckten Aufklärungsdrohnen die Umgebung ab und Bomber zerstörten Zugangswege. Nach der Bergung des verletzten Offiziers, codename „Dude-44 Bravo“, flogen drei C-295-Maschinen aus dem Golfraum ein, um das Team zu evakuieren. Die zurückgelassenen Maschinen wurden durch amerikanische Bomber zerstört. Bei Morgengrauen verließen die Evakuierten den Iran unbehelligt. Trump verkündete kurz nach Mitternacht am Ostersonntag den Erfolg der Operation als stolzes Moment für alle Amerikaner. Die geretteten Luftwaffenoffiziere befinden sich auf dem Weg der Besserung im Militärspital Landstuhl in Deutschland; ihre Namen bleiben geheim.