In Islamabad verliefen die Verhandlungen zwischen US-Vizepräsident JD Vance und dem iranischen Parlamentspräsidenten Mohammend Bagher Ghalibaf, welche bis in die frühen Morgenstunden andauerten, ergebnislos. Beide Seiten beschuldigten einander gegenseitig maximalistischer Forderungen, was das Scheitern der Gespräche vorhersagbar machte. Der fehlende Konsens zwischen den Positionen der USA und des Irans lässt Trumps Bemühungen im Iran-Konflikt in einer Sackgasse erscheinen.
Der US-Präsident steht nun vor drei wenig erfolgsversprechenden Optionen: Erstens könnten Drohungen auf seinem sozialen Netzwerk erneut ausgesprochen werden, wie zuletzt mit der Ankündigung, die iranische Zivilisation zu vernichten. Eine Rückkehr zu militärischer Eskalation dürfte jedoch nicht den gewünschten Erfolg für die USA bringen, da der Iran bisher gezeigt hat, dass er selbst hohe Kosten tragen und den Konflikt auf weltweit schmerzhafte Weise ausdehnen kann.
Eine weitere Verhandlungsrunde würde voraussichtlich zu keinem anderen Ergebnis führen als jenes des vergangenen Abends, mit einem Iran, der nicht nachgibt, und einer US-Regierung, die an ihren Forderungen festhält. Ein einseitiges Ende des Konflikts ohne Vereinbarung würde nur eine vorübergehende Lösung darstellen, bevor die nächste Eskalation unausweichlich wäre.
Die Ursache dieser Sackgasse liegt in der falschen Annahme Washingtons, dass militärische Angriffe das iranische Regime stürzen und eine den US-Interessen genehme neue Regierung installieren könnten. Der Iran hingegen ging mit dem Gefühl in die Verhandlungen, erfolgreich Widerstand geleistet zu haben und von der Zeit unterstützt zu werden.
Donald Trump verliert indes an Zeit und bleibt in einer Eskalationsfalle gefangen, aus der er bisher keinen Ausweg gefunden hat. Pascal Weber, seit 1999 für SRF tätig, analysiert die Lage. Nach seinem Studium der Politikwissenschaft, Geschichte und Völkerrecht an der Universität Zürich arbeitete er als Nahostkorrespondent in Tel Aviv, Kairo und Beirut während des Arabischen Frühlings sowie des Syrienkriegs. Heute ist er USA-Korrespondent in Washington.
SRF 4 News, 14.04.2026, 07:00