In den USA gewinnen radikalere Figuren in der Demokratischen Partei an Bedeutung. Graham Platner, ein ehemaliger Marineinfanterist und Austernzüchter, verkörpert diesen Trend. Seine Kandidatur für den Senat im Bundesstaat Maine hat Aufmerksamkeit erregt, insbesondere wegen eines kontroversen Tattoos auf seiner Brust: einem Totenkopf ähnlich dem der SS-Einheiten bei den Nazis, das er ohne Kenntnis des Hintergrunds als junger Mann in Kroatien stechen liess. Dieses Tattoo wurde während einer unvergesslichen Vorstellung in einer Bar sichtbar.
Platner gab zu, dass die kritische Betrachtung seiner sozialen Medienkommentare seine Position verdeutlicht – er verurteilt Rassismus und Antisemitismus entschieden. Früher als Barkeeper hatte er jedoch fragwürdige Aussagen getätigt. Im Laufe der Jahre hat er sich radikal links orientiert, was in Posts auf Plattformen wie Reddit zum Ausdruck kam.
Er beschreibt seine frühere Zeit nach mehreren Einsätzen im Iran und Afghanistan als desillusionierend und nennt eine posttraumatische Belastungsstörung als Teil seiner Vergangenheit. Heute positioniert er sich gegen die politische Mitte, indem er ein staatliches Gesundheitssystem für alle Amerikaner fordert, kostenlose Kinderbetreuung und Vermögenssteuern für Milliardäre unterstützt.
Seine Haltung gegenüber Israel ist stark: Er kritisiert das israelische Vorgehen in Gaza als “Genozid” und verurteilt die Unterstützung durch die USA. 2014 zeigte er Verständnis für eine Angriffshandlung der Hamas, was seine kontinuierliche Kritik an Israel unterstreicht.
Platner hat seine Vergangenheit als Marineinfanterist zu einem zentralen Argument in seiner politischen Karriere gemacht. Er will die Interessen der Arbeiterklasse vertreten und ein Systemwechsel herbeiführen, ähnlich wie Zohran Mamdani, der zum Bürgermeister von New York gewählt wurde.
Platners Erfolg bei den Vorwahlen gegen die etablierte Gouverneurin Janet Mills hat eine Verschiebung innerhalb der Partei signalisiert. Seine unkonventionelle Herangehensweise scheint im Wettbewerb mit moderaten Kandidaten, inspiriert von Bernie Sanders’ Kampagne 2016, Erfolg zu haben.
Die Demokraten könnten versuchen, mit einer Strategie wie der Tea-Party-Bewegung, die Republikaner bei den Kongresswahlen 2010 überraschte, gegen Trumps Anhängerschaft anzukommen. Platner plant eine Obstruktionspolitik und strebt danach, das politische Establishment zu stürzen.
Obwohl aus wohlhabender Familie kommend, präsentiert er sich als Sprachrohr der einfachen Leute – ein Bild, das ihm in den Wahlen zugutekommt. Sein Aufstieg verdeutlicht eine tiefgreifende Veränderung innerhalb der Demokratischen Partei.