Seit dem Montagnachmittag setzen die USA eine Blockade in der Straße von Hormus durch, um den Verhandlungsdruck auf Iran zu erhöhen. Marine-Experte Jeremy Stöhs vom Institut für Sicherheitspolitik an der Universität Kiel bewertet das Vorhaben hinsichtlich seiner Chancen und Risiken.
Stöhs erklärt, dass die tatsächliche Durchführung dieser Blockade unklar ist. Obwohl zwei US-Zerstörer den Kanal passiert haben, fehlt es an konkreten Maßnahmen wie dem Stoppen oder der Kontrolle ziviler Schiffe, was typischerweise erwartet würde. Die Strategie sieht vor, alle Schiffe unabhängig von ihrer Nationalität zu blockieren, die iranische Häfen im Persischen Golf und im Golf von Oman anlaufen oder verlassen.
Es bleibt ungeklärt, ob die US-Blockade tatsächlich den gesamten Schiffstransit durch die Straße von Hormus unterbinden kann. Der Iran droht mit Angriffen auf Häfen in der Region, sollte dies geschehen. Die USA haben ihre Schiffe bisher nicht direkt in der Meerenge platziert, was eine bedeutende Hürde darstellt.
Schiffe meiden den zentralen Kanal weiterhin und nutzen stattdessen die iranischen Mautstationen im Norden, für die bis zu zwei Millionen US-Dollar fällig werden. Die USA versuchen nun, diesen Verkehr zu stoppen, was jedoch noch vage bleibt.
Die US-Regierung behauptet, den Iran weitgehend militärisch geschwächt zu haben. Dennoch sind dessen Kommando- und Kontrollfähigkeiten intakt. Der Iran kann weiterhin Angriffe von Land aus starten, etwa mit Drohnen oder Raketen.
Die Gefahr durch mögliche Minen im Kanal bleibt bestehen, auch wenn konkrete Informationen fehlen. Schiffe meiden die als “rote Bahn” bekannte Zone aufgrund dieser potentiellen Gefahrenquelle.
Präsident Trump könnte weitere Eskalationsschritte einleiten, um den Verkehr wieder zu ermöglichen: von einer Aufkündigung der Waffenruhe über Luftangriffskampagnen bis hin zum Einsatz maritimer Einheiten. Doch alle diese Optionen bergen erhebliche Risiken.
Gesprächspartner: Matthias Kündig