In einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur AWP hat sich UBS-Finanzchef Todd Tuckner kritisch über die Pläne des Bundesrats zur Verschärfung von Eigenmittelanforderungen geäußert. Laut Tuckner sind diese Pläne irreführend und unzureichend abgestimmt auf internationale Vorgaben, was die Wettbewerbsfähigkeit der UBS gefährden könnte. Trotz gewisser Anpassungen durch den Bundesrat bezeichnete er das Paket als extrem und nicht lösungsorientiert.
Tuckner betonte, dass trotz einer allgemeinen Einigung über den Kapitalbedarf von 22 Milliarden US-Dollar die Regierung falsch darstelle, dass UBS lediglich noch 9 Milliarden aufbringen müsste. Dies begründet sie mit bereits erfolgten Risikoreduktionen nach der Übernahme von Credit Suisse.
Die UBS hängt ihre Entscheidung über weitere Aktienrückkäufe in diesem Jahr von der Entwicklung des parlamentarischen Prozesses ab, der sich bis ins nächste Jahr erstrecken könnte. Tuckner äußerte jedoch die Erwartung, dass spätestens bei der Vorlage der Quartalszahlen Ende Juli mehr Klarheit über den Regulierungsrahmen herrschen wird.
Zur Diskussion um eine mögliche Finanzkrise im Zusammenhang mit dem Private-Credit-Markt äußerte sich Tuckner zurückhaltend. Er hob hervor, dass es bisher nur anekdotische Anzeichen von Stress gebe und die Kredite der UBS in diesem Bereich gut diversifiziert seien.
In Bezug auf den Nahost-Konflikt betonte Tuckner, dass die Märkte eine kurzfristige diplomatische Lösung eingepreist hätten, was sich auch im Aktienniveau widerspiegelt. Trotz robuster Kundenaktivität bleibt das Risiko bestehen, da sich die Lage schnell ändern könnte.