Ein Jugendlicher muss sich vor Gericht verantworten, nachdem er auf offener Strasse einen orthodoxen Juden lebensgefährlich mit einem Messer attackiert hatte. Neben dem versuchten Mord werden ihm Unterstützung einer kriminellen Organisation sowie Aufrufe zu Diskriminierung und Hass vorgeworfen. Die Jugendanwaltschaft äussert sich auf Anfrage von Keystone-SDA nicht weiter zur Anklage oder der geforderten Strafe.\n\nDer 15-jährige Schweizer, dessen Wurzeln in Tunesien liegen, befindet sich derzeit in einer geschlossenen Einrichtung. Das Jugendgericht Dielsdorf wird als Verhandlungsort gewählt, vermutlich aufgrund seines damaligen Wohnorts. Die Sitzungen des Jugendgerichts sind nicht öffentlich; das genaue Datum steht noch aus.\n\nDie Tat ereignete sich am 2\. März 2024 in Zürich und löste grosse Bestürzung aus, vor allem unter Politikern. Der Sicherheitsdirektor von Zürich, Mario Fehr (parteilos), forderte die Ausbürgerung des Angreifers. Diese Attacke ist der schwerwiegendste Vorfall einer Reihe zunehmender antisemitischer Gewalttaten in der Stadt.\n\nKurz vorher wurde ein 27-jähriger Mann verurteilt, weil er mit einem Messer nahe einer Synagoge herumgeschlichen und einen jungen Juden geschlagen hatte. Am 2\. Februar griff ein 40-jähriger Kosovare auf offener Strasse einen als orthodoxen Juden erkennbaren Mann an und äusserte antisemitische Beleidigungen während seiner Verhaftung.\n\nEin weiterer Fall ereignete sich im Vorjahr in Winterthur, wo ein Mann drohte, «im Judenquartier» jemanden zu töten. Die meisten Übergriffe fanden in den Quartieren Enge und Wiedikon statt, die traditionell von orthodoxen Juden bewohnt werden.\n\nRegionaljournal Zürich Schaffhausen, 31\.3\.2026, 12:03 Uhr; sda/schm;zero;brus