Im südlichen Libanon sind innerhalb eines Tages drei UN-Friedenssoldaten ums Leben gekommen, wobei mehrere weitere verletzt wurden. Die UN hat eine Untersuchung eingeleitet. SRF-Korrespondent Thomas Gutersohn erläutert die Gründe für die besondere Gefährdung der Blauhelm-Mission Unifil im Libanon.
Thomas Gutersohn berichtet seit 2023 aus dem Nahen Osten von Amman und war zuvor als Korrespondent für Südasien tätig. Seit 2008 ist er Teil des SRF-Teams, nachdem er in Genf Internationale Beziehungen studiert hat.
Am Montag verloren zwei Blauhelmsoldaten bei einer Patrouille im libanesischen Grenzgebiet ihr Leben. Ein weiterer Soldat kam am Sonntagabend durch eine Explosion ums Leben, wie die offizielle Mitteilung feststellt. Unklar bleibt, ob Hisbollah oder israelische Streitkräfte für diese Angriffe verantwortlich sind.
Israelische Truppen dringen momentan in den Süden des Libanon vor und planen eine Besetzung, wobei sie bisher wenig Rücksicht auf Blauhelme nahmen. In der letzten Woche wurden zudem drei libanesische Journalisten und Sanitäter getötet. Der Ursprung dieser Angriffe bleibt unklar.
Die gepanzerten und bewaffneten Patrouillenfahrzeuge schützen die Blauhelmsoldaten nicht vor gezielten Angriffen, etwa durch Panzer oder Raketen. Die Unifil-Mission gilt als gefährlichster UN-Einsatz mit über 335 getöteten Soldaten seit Beginn im Jahr 1978.
Seit den späten 70er Jahren sind die Blauhelme stationiert, um eine Pufferzone zwischen der Hisbollah und Israel zu schaffen. Israel kritisiert diese Mission jedoch als gescheitert, da sie keine effektive Kontrolle über Waffendepots oder -lieferungen ausüben kann. Israel plant nun selbst eine Pufferzone bis zum Litani-Fluss.
Die Blauhelmtruppen sind in bewaffneten Konflikten geschützte Personen, doch die Gefechte im Grenzgebiet nehmen zu. Diese Entwicklung könnte auf eine bevorstehende Invasion Israels hindeuten. Israel und die USA drängen darauf, die Unifil-Mission bis Jahresende aufzulösen.
Israel führt Luftangriffe durch und will seine Bodenoffensive ausweiten. Das Risiko für Blauhelme ist hoch, aber noch höher für die Zivilbevölkerung ohne Schutzmittel. Israel hat landesweit Warnungen ausgegeben, wodurch eine neue Fluchtbewegung nach Norden entstand. Viele Menschen sind in Beirut untergebracht, während ältere Personen oft nicht fliehen können.
SRF 4 News berichtet am 31. März 2026 um 9:15 Uhr über die Lage.