Elio befindet sich seit über zwei Monaten in einem Krankenhaus, wo er eine Chemotherapie erhält und auf eine dringend benötigte Knochenmarktransplantation wartet. Eine solche Transplantation ist nur möglich, wenn ein hoher Grad an Gewebeverträglichkeit zwischen Spender und Empfänger besteht. Bisher konnte weder ein vollständig noch ein teilweise kompatibler Spender gefunden werden, wie der französische Sender BFMTV berichtet.
Um die Suche zu intensivieren, haben Elio’s Eltern öffentlich um Hilfe gebeten. Sie riefen über soziale Netzwerke dazu auf, sich als mögliche Knochenmarkspender registrieren zu lassen. Interessierte können dies online tun und beginnen mit einem Speicheltest, der den HLA-Code bestimmt – ein entscheidender Faktor für die Gewebeverträglichkeit. Die erfassten Daten werden anschließend in ein internationales Register eingepflegt.
Sollte das Profil eines Registrierten zu einem Patienten passen, wird dieser kontaktiert. Meist erfolgt die Entnahme der Stammzellen über eine Blutprozedur, gelegentlich jedoch auch direkt aus dem Knochen. In der Schweiz ist es einfach, sich als Spender von Blutstammzellen einzuschreiben: Nach einem Fragebogen wird ein Testkit per Post zugesandt, dessen Abstrich zu Hause gemacht werden kann.
Wenn eine Übereinstimmung vorliegt, entscheiden die potenziellen Spender selbst über ihre Bereitschaft zur Stammzellspende. Nur ein kleiner Anteil der Registrierten wird tatsächlich kontaktiert – etwa einer von 300 nach Angaben des Transfusion CRS Schweiz.
Laut Franziska Kellenberger, Sprecherin des Transfusion CRS Schweiz, verzeichnet die Organisation in den letzten Tagen einen merklichen Anstieg an Neuregistrierungen aus der Westschweiz. Sie führt dies auf die öffentliche Kampagne und mediale Aufmerksamkeit zurück, wie sie gegenüber dem Westschweizer Radio und Fernsehen (RTS) erklärte.
Zwischen den letzten 20 Tagen und dem gleichen Zeitraum im Vorjahr verzeichnete man ein Plus von 17 Prozent an neuen Einträgen aus der Romandie. Nach einem stark frequentierten Andrang auf die Blutspendezentren in Folge des Brands von Crans-Montana hat sich der Zustrom normalisiert. Dies inspirierte das Zentrum in Epalinges (VD), erneut zur Spende aufzurufen.
Am Mittwochmorgen besuchten über zwanzig Menschen die Einrichtung, um Blut zu spenden. Eine Spenderin äußerte: «Ich komme alle drei Monate. Viele sind darauf angewiesen, und ich habe das Glück, es tun zu können – nicht jeder kann spenden. Darum mache ich es gerne.»
Angesichts der bevorstehenden Osterfeiertage hat das Zentrum in Epalinges einen zusätzlichen Öffnungstag eingeplant. «Blut ist ein Produkt mit einer begrenzten Haltbarkeit», so die leitende Ärztin, Nathalie Ruffer. «Rote Blutkörperchen sind 42 Tage haltbar, Blutplättchen nur sieben Tage. Nach einem langen Wochenende können die Reserven knapp werden.»
Dank der Solidarität konnte der Bedarf aller Brandopfer von Crans-Montana seit Jahresbeginn gedeckt werden.
Im Jahr 2025 wurden in der gesamten Schweiz rund 11’000 Personen als neue Spender registriert. Ende des Jahres waren insgesamt fast 200’000 Menschen im Register eingetragen. Im gleichen Zeitraum fanden 105 Stammzellspenden statt, und 198 Patienten erhielten eine Transplantation.
Trotzdem finden etwa ein Viertel der Menschen mit Leukämie oder schweren Blutkrankheiten keinen geeigneten Spender. Für diese bleibt die Stammzelltransplantation oft die einzige Überlebenschance.