Seit Oktober ist die Postfiliale in Zell geschlossen, was bei den Einwohnern für Unmut sorgt. Nun hat Kantonsrat Urs Marti von der Mitte-Partei eine Anfrage an den Regierungsrat gerichtet, um zu klären, ob das neue Postangebot noch den Leistungsauftrag erfüllt.
Urs Marti kritisiert zusammen mit Mitunterzeichnern die eingeschränkten Dienstleistungen der neuen Postagentur in einer Migros-Filiale. Diese bietet laut seiner Anfrage nicht das umfassende Angebot wie zuvor, was dazu führt, dass einige Transaktionen nun in Willisau, Huttwil oder Langenthal durchgeführt werden müssen.
Ein weiterer Kritikpunkt ist der Abbau von Briefkästen. In Zell gibt es nur noch einen einzigen Standort beim Einkaufszentrum Märtgass, was bei Teilen der Bevölkerung zusätzlichen Ärger auslöst. Marti betont in seiner Anfrage die Notwendigkeit einer Grundversorgung auch für Personen, die nicht digital agieren können.
Der Mitte-Politiker fordert vom Regierungsrat unter anderem Antworten darauf, ob das neue Angebot den Leistungsauftrag der Post erfüllt. Er möchte zudem wissen, welche Anzahl an Briefeinwurfstellen erforderlich ist und wer über deren Standorte entscheidet. Marti erkundigt sich auch danach, ob ähnliche Maßnahmen in anderen Gemeinden des Kantons Luzern geplant sind.
Darüber hinaus stellt er Fragen zum Betrieb der neuen Agentur: Wie erfolgt die Schulung des Personals und wie wird sichergestellt, dass ausreichend Materialien wie Briefmarken zur Verfügung stehen? Marti will auch wissen, welche Unterstützungsmöglichkeiten der Kanton Luzern für betroffene Gemeinden bereitstellen kann.
Die Anfrage wurde jedoch nicht als dringlich eingestuft. Mit 59 zu 54 Stimmen lehnte das Kantonsparlament die Dringlichkeit ab, sodass sie im normalen Verfahren bearbeitet wird.