Frédéric Gisler, seit drei Monaten neuer Kommandant der Walliser Kantonspolizei, bricht sein Schweigen zur Brandkatastrophe in Crans-Montana. Seit seinem Amtsantritt am 1. Januar und dem tragischen Ereignis in derselben Nacht hat er sich nicht mehr öffentlich geäußert.
In einem Interview mit Keystone-SDA erklärt Gisler, dass er ab dem 10. Januar – nach dem nationalen Trauertag – bewusst keine Stellungnahmen im Namen der Polizei gemacht habe, um den Betroffenen Zeit zur Erholung zu lassen. Obwohl ihm die Umstände des Unglücks bekannt waren, empfand er sie als surreal und als Beginn einer sehr belastenden Phase.
Die gesamte Polizeieinheit sei durch das Strafverfahren erschöpft: sowohl Kriminalpolizei als auch Gendarmerie seien betroffen. Die Frage, wie man diese Belastung langfristig tragen könne, beschäftige ihn stark.
Gisler äußert auch seine Sorgen bezüglich der Verantwortung für das Wohlbefinden seiner Beamten, die in Einsätze geschickt würden und möglicherweise nicht unverletzt zurückkehren. Er bemüht sich um psychologische und finanzielle Unterstützung des Personals und hat zusätzliche Stellen bei seinem Departement beantragt.
Die Katastrophe, die 41 Tote und mehr als 100 Verletzte forderte, habe fast das gesamte Polizeipersonal – etwa 600 Beamte – mobilisiert. Solche Einsätze seien zwar geplant, aber nie in dieser Größenordnung durchgeführt worden.
Im Interview wird auch auf die Anhörung von Jessica Moretti eingegangen, deren Ehepaar das Barbetrieb „Le Constellation“ führt. Sie warfen den Angehörigen der Opfer vor, sie angegriffen zu haben – ein Vorfall, den Gisler verurteilt und seitdem Anpassungen in den Sicherheitsabläufen vorgenommen hat.
Zuletzt spricht Gisler über das verbesserte Image der Walliser Kantonspolizei nach dem Ereignis. Er berichtet von zahlreichen Dankesbekundungen an seine Mitarbeiter, was ihm Motivation gibt, das Vertrauen der Bevölkerung weiter zu stärken.
SRF 4 News, 17. April 2026, 05:30 Uhr