Das israelische Militär hat seine militärischen Aktionen gegen den Iran ausgesetzt, um einer von der Politik verordneten zweiwöchigen Feuerpause nachzukommen, wie die Armee bekanntgab. Die Kampfhandlungen gegen die Hisbollah-Miliz im Libanon, die vom Iran unterstützt wird, gehen jedoch weiter, so aus Israel. SRF-Nahostkorrespondent Thomas Gutersohn berichtet am Mittwochmittag, dass der Konflikt unverändert bleibt: Israels Militär setzt seine Angriffe im Südlibanon fort und hat erneut Evakuierungswarnungen für breite Gebiete ausgesprochen. Israel führte den bisher größten Angriff seit Kriegsbeginn auf Einrichtungen der radikal-islamischen Hisbollah durch, wobei Kommandozentren in Beirut getroffen wurden. Viele Ziele lagen zivilen Bereichen im Landesinneren. Die Hisbollah hält sich bisher an die Waffenruhe, obwohl israelische Militäraktionen andauern.
Trotz der Feuerpause berichteten Kuwait und die Vereinigten Arabischen Emirate von Angriffen aus dem Iran, wobei die kuwaitische Armee 28 abgefangene iranische Drohnen meldete. Diese hatten Ölanlagen und Kraftwerke im Süden des Landes ins Visier genommen und Schäden verursacht.
Das Verteidigungsministerium der Emirate bestätigte den Einsatz ihrer Luftverteidigung gegen Raketen- und Drohnenangriffe aus dem Iran, wobei ballistische Raketen sowie Drohnen abgefangen wurden. Das iranische Staatsfernsehen berichtete von eigenen Angriffen mit Raketen und Drohnen als Reaktion auf frühere Bombardierungen ihrer Ölanlagen.
Bislang sind keine Aktionen der Hisbollah gegen den Norden Israels oder israelische Soldaten im Libanon verzeichnet worden, doch gibt es noch keine offizielle Erklärung zu einer längerfristigen Einhaltung der Feuerpause. Der libanesische Staat äußerte sich knapp: Die Regierung begrüßt das Abkommen zwischen Iran und den USA sowie Israel, kritisiert jedoch die andauernden israelischen Militäraktionen auf ihrem Territorium. Sie kann nur zur Vorsicht bei der Rückkehr in südliche Regionen aufrufen.
Im Land herrscht Misstrauen gegenüber der Waffenruhe, was Gutersohn beobachtet hat: Die USA sind wirtschaftlich stark an der Sicherheit der Straße von Hormus interessiert und sehen den libanesischen Konflikt eher als sekundär. So könnte die Trump-Regierung ein Weiterführen des Krieges im Libanon zulassen, solange Israel der Waffenruhe mit dem Iran folgt.