Am Kurplatz von Luzern versammelten sich mehrere Hundert Menschen zu einer Demonstration der Organisation «Mass-Voll». Der Zug startete kurz nach 15 Uhr vom Kurplatz, zog Richtung Altstadt und machte einen Halt bei der Jesuitenkirche. Ein SRF-Reporter schätzte die Teilnehmerzahl ebenfalls auf mehrere hundert Personen. Die Demonstrierenden lauschten zuvor EU-kritischen Ansprachen, welche das bilaterale Vertragspaket zwischen der Schweiz und der EU (Bilaterale III) thematisierten.
Es wurde erwartet, dass Mitglieder rechtsextremer Parteien aus Ungarn und Bulgarien sowie mindestens ein bekanntes Mitglied der Organisation Junge Tat anwesend sein würden. Gleichzeitig rief ein Bündnis linker Parteien und des 1.-Mai-Komitees zu einer Gegenkundgebung auf dem Europaplatz, der sich auf der anderen Seite des Sees befindet, auf. Dort versammelten sie sich ebenfalls um 15 Uhr, hörten Reden und sangen, wie ein Keystone-SDA-Reporter beobachtete. Eine Sprecherin warnte eindringlich vor dem Wiedererstarken faschistischer Tendenzen. Die linksextreme Antifa sowie die Gruppierung «Omas gegen rechts» beteiligten sich an der Gegendemonstration.
Die Grünen hatten zuvor mittels einer Petition den Entzug der Bewilligung für «Mass-Voll» gefordert, während die SP Luzern vor einer Gefährdung als Treffpunkt von Rechtsextremen warnte. Trotzdem wurden sowohl die Demonstration als auch die Gegenkundgebung bewilligt.
Nicolas Rimoldi, Präsident der Bewegung «Mass-Voll», kündigte an, dass Vertreter aus Ungarn und Bulgarien sowie Mitglieder der Organisation Junge Tat erwartet würden. Er betonte gegenüber den CH-Media-Zeitungen: «Wir arbeiten mit allen zusammen, bei denen wir in der Sache einig sind».
Im Februar kam es in St. Gallen zu Ausschreitungen während einer Demonstration von «Mass-Voll», bei der eine Polizeisperre durchbrochen und Mitglieder der Junge Tat anwesend waren.
Regionaljournal Zentralschweiz, 9.5.2026, 17:30 Uhr; sda/kurn; hues