(dpa) Als eine Schlüsselfigur der zeitgenössischen Kunst galt Timm Ulrichs, ein deutscher Konzeptkünstler, dessen Tod nun gemeldet wurde. Am Mittwoch verstarb er im Alter von 86 Jahren, wie vom Kunstverein Hannover unter Berufung auf seine Witwe bekannt gegeben wurde.
Über fünf Jahrzehnte prägte Ulrichs die Kunstwelt mit provokanten und entschiedenen Arbeiten. Der Verein beschrieb ihn als streitbar, scharfsinnig sowie humorvoll und rigoros zugleich. “Timm Ulrichs war einer der wenigen Pioniere, der äusserst konsequent an die Kraft der Kunst glaubte, mit ihr rang und sie händisch zu den Menschen brachte”, lobte man ihn. Er habe eine ganze Generation beeinflusst.
Der emeritierte Professor der Kunstakademie Münster, der in Hannover und Berlin lebte, wurde als einer der Wegbereiter der Konzeptkunst anerkannt. Der aus Berlin stammende Künstler, der im Oldenburger Land aufwuchs, betrachtete die Welt mit Humor und spöttischer Distanz, auch den Kunstbetrieb nicht ausgenommen.
In den 1960er Jahren erklärte Ulrichs sein Leben zur Kunst. Er tätowierte sich Anfang dieser Dekade das Wort “The End” auf sein rechtes Augenlid – als Abspann für seinen Tod und den letzten Film seines Lebens. Zudem liess er seinen eigenen Grabstein anfertigen und zog nackt mit einer fünf Meter langen Metallstange über ein Feld, um sich selbst als “menschlicher Blitzableiter” zu inszenieren. Außerdem schuf er aus Betonabgüssen seines Schädels ein sogenanntes “Kopfsteinpflaster”.
(dpa)/wek. Die Europäische Rundfunkunion (EBU) gibt bekannt, dass sie nach verlorenen Aufnahmen von zwei der frühesten Eurovision Song Contest (ESC)-Ausgaben sucht. Sie fehlen vollständige Aufzeichnungen der ersten Veranstaltung 1956 in Lugano und des Wettbewerbs von 1964 in Kopenhagen. Daher hat die EBU eine weltweite Suche nach diesen Filmen gestartet. “Die Jagd hat begonnen – wo auch immer auf der Welt sie sich verstecken mögen”, teilte sie am Montag mit.
In den frühen Jahren des ESC war die Fernsehtechnik noch nicht weit genug entwickelt, und Aufnahmen wurden häufig nicht archiviert. Dies führte dazu, dass beide Wettbewerbe bis heute unvollständig erhalten sind. Im Archiv der SRG liegt nur eine Aufnahme von der Schweizer Gewinnerin Lys Assia aus 1956 vor. Der finnische Sender Yle fand in seinem Archiv eine Aufnahme der italienischen Gewinnerin Gigliola Cinquetti von 1964.
Die EBU hofft, dass sich möglicherweise Aufnahmen in privaten Sammlungen befinden, in selten durchsuchten Archiven von Sendern oder auf alten Filmrollen. Vielleicht sind sie auch bei einem Fan oder dessen Erben untergekommen und dort vergessen worden.