In den nördlichsten Gemeinden Israels prägt der Konflikt mit dem Hizbullah seit über zwei Jahren das tägliche Leben. Trotzdem haben viele Bürger, wie Shoshana Bez aus Metula, nicht aufgegeben. Sie widmet sich ihrem Garten und findet sogar eine Raketenhülse zwischen ihren Gartenzwergen. Obwohl solche Funde ungewöhnlich sind, nimmt sie es gelassen hin, denn der Alltag in ihrer Heimatstadt ist geprägt von ständigen Angriffen.
Metula, umgeben vom Libanon auf drei Seiten, erlebte die intensivsten Wochen während des Kriegseintritts des Hizbullah im März 2023. Trotz einer Waffenruhe hält die Miliz den Beschuss weiterhin aufrecht. Die Sirenen heulten hier seit März 216 Mal; nur zwei Ortschaften hatten es häufiger getroffen.
Nach der Evakuierung während des Hamas-Überfalls kehrte das Paar erst nach Beginn der Waffenruhe im März 2025 zurück. Gideon, auf einen Rollstuhl angewiesen, verließ nur selten das Haus. Shoshana betont ihre Sicherheit und lehnt weitere Abwanderungen ab. Doch viele Bewohner verließen den Ort dauerhaft; von ehemals 2100 Menschen sind nur noch 500 zurückgekehrt.
Das “Alaska Inn”, ein Hotel im Dorf, wurde von Raketen getroffen, und der Tourismus brach zusammen. Die Bezs leben nun in einer Geisterstadt. Shoshana glaubt nicht an eine baldige Lösung des Konflikts; sie erwartet nur temporäre Ruhe.
Daniel Dorfmann, ein Gastronom im nahegelegenen Metula, bleibt trotz der Herausforderungen hoffnungsvoll und will seine Position halten. Er fordert grundlegende Veränderungen auf libanesischer Seite, insbesondere die Entwaffnung des Hizbullah.
Die Regierung reagierte mit militärischen Maßnahmen, doch viele Nordbewohner fühlen sich enttäuscht und politisch vernachlässigt. Bürgermeister David Azoulay und Moshe Davidovitz von den Grenzgemeinden kritisieren die Regierungsentscheidungen scharf.
Die Reise nach Kiryat Shmona kann bis zu einer Stunde dauern, da ständig Angriffe stattfinden. Avi Zeevi, der eine Baumarktkette dort leitet, beobachtet einen Vertrauensverlust unter den Einwohnern. Trotz eingeschränkter Kapazitäten hält er die Hoffnung auf Unterstützung am Leben.
Die Sirenen heulen wieder: Eine Rakete trifft Kiryat Shmona, aber ohne Verletzte. Orly Ben Simon vom Rettungsdienst berichtet von täglichen Einsätzen und der emotionalen Belastung ihrer Arbeit. Zeevi hofft auf mehr Aufmerksamkeit für den Norden, bevor die Region in Vergessenheit gerät.
Die Bewohner wünschen sich Sicherheit, um weiterhin in dieser malerischen Region leben zu können – ein Wunsch, der bislang unerfüllt bleibt.