Der Schweizer Private-Equity-Riese Partners Group steht derzeit in der Kritik eines umstrittenen Short-Sellers namens Grizzly Research. Obwohl die Firma energisch zurückschlägt, könnte sich diese Aktion für den Leerverkäufer letztlich auszahlen.
Leerverkäufer, oft als ‚Aasgeier‘ der Finanzwelt bezeichnet, spekulieren auf fallende Kurse und versuchen gezielt, Unternehmen zu diskreditieren. Dieses Mal wurde die Partners Group, ein Zuger Gigant im Private Equity-Sektor, zum Ziel solcher Praktiken gemacht.
Gegründet 1996 von Urs Wietlisbach, Marcel Erni und Alfred Gantner – der für sein politisches Engagement bekannt ist und zuletzt eine Delegation Schweizer Unternehmer in das Weisse Haus führte – gilt die Partners Group als Erfolgsgeschichte. Mit einer Marktkapitalisierung von rund 22 Milliarden Franken und einer Börsennotiz im Swiss-Market-Index (SMI) bleibt sie ein bedeutender Akteur.
Doch Anfang der Woche veröffentlichte Grizzly Research einen kritischen Bericht über das Unternehmen. Darin wird behauptet, die Partners Group überschätze die Bewertungen ihrer Investments und sei stärker in Software-Firmen involviert, als sie zugebe. Angesichts des Marktdrucks auf Softwareunternehmen, bedingt durch den Fortschritt der künstlichen Intelligenz, sind diese Behauptungen besonders brisant.
Der Bericht behauptet weiter, die Lage bei Partners Group sei schlimmer als beim insolventen deutschen Finanzdienstleister Wirecard. Dieser hatte seine Bilanzen manipuliert und Anleger betrogen. Die Aktie der Partners Group verlor daraufhin 4 Prozent an Wert – ein Ergebnis, das für Grizzly Research vorteilhaft sein dürfte.
In ihrer Verteidigung wies die Partners Group den Bericht als verleumderisch zurück und drohte mit rechtlichen Schritten. Doch stellt sich die Frage, ob dies der richtige Ansatz ist, um einen solchen Angriff abzuwehren. In der Schweiz gibt es wenig Erfahrung in dieser Hinsicht. Dennoch könnte man sich an den amerikanischen Nationalparks orientieren: Man sollte hartnäckig gegen Schwarzbären kämpfen, doch bei einem Grizzly-Bären wäre ‚totstellen‘ die bessere Strategie.