Ein Luftangriff des nigerianischen Militärs auf einen Markt im Grenzgebiet zwischen den Bundesstaaten Borno und Yobe hat zahlreiche Opfer gefordert. Lokale Medien zitieren Augenzeugen, die von 30 bis 200 Toten berichten. Während offizielle Stellen wie die Polizei den Vorfall bestätigten, wurden keine genauen Zahlen veröffentlicht. Am Samstagabend flogen drei Militärkampfflugzeuge über den Markt in Jalli Futchimiram und trafen ihn mit Bomben.
Das nigerianische Militär erklärte, die Luftangriffe seien gegen einen «wichtigen Korridor für Terroristenbewegungen» gerichtet gewesen. Laut einer Stellungnahme von Sani Uba, dem Militärsprecher, richteten sich die Angriffe auf ein Sammelgebiet der Islamischen Staats Westafrika Provinz und ihrer Komplizen.
Die Erklärung des Militärs betonte weiterhin: «Dutzende Terroristen wurden getötet, ihre Fahrzeuge und Ausrüstungen zerstört. Überlebende flohen in verschiedene Richtungen.»
Das Militär Nigerias setzt intensiv auf Luftangriffe im Kampf gegen Dschihadisten, die seit 16 Jahren im Nordosten des Landes Krieg führen. Dabei gab es wiederholt Fälle von zivilen Opfern durch fehlgeleitete Angriffe. Einer der schwersten Zwischenfälle ereignete sich 2017 mit dem Bombardement eines Flüchtlingslagers, bei dem 112 Menschen starben.
Nigeria ist nicht nur im Nordosten von Terrorismus betroffen; andere Landesteile erleiden ebenfalls schwere Angriffe durch bewaffnete Gruppen. Die verschiedenen Krisen belasten die Ressourcen der Sicherheitsbehörden des bevölkerungsreichsten afrikanischen Staates.
Die USA unterstützen Nigeria verstärkt im Anti-Terror-Kampf. Nach einem US-Luftangriff gegen bewaffnete Gruppen an Weihnachten entsandte die Vereinigten Staaten Anfang Februar etwa 100 Soldaten, um nigerianische Streitkräfte auszubilden.
SRF 4 News, 12.4.26, 21:00 Uhr; dpa/afp/mcep