Die Regierung von Luzern steht unter Druck, da sie beschlossen hat, den Besuch am Zürcher Sechseläuten mit Mitteln aus dem Lotteriefonds zu finanzieren. Kritiker bemängelten dies, doch die Regierung hält den Zeitpunkt für ideal. Der Kanton hatte bereits mehrfach aufgrund finanzieller Engpässe seine Teilnahme abgesagt.
Im April 2027 soll Luzern beim Frühlingsfest von Zürich mit einem Budget von 500’000 Franken präsent sein, das über Lottogelder finanziert wird. Das Zentralkomitee der Zünfte lädt jährlich einen Kanton zum Sechseläuten ein. Der Entscheid der Regierung, auf den Lotteriefonds zurückzugreifen, wurde trotz verschiedener Einwände getroffen.
Caroline Rey (SP) forderte per Postulat eine Abstimmung im Kantonsrat über die Finanzierung durch einen Sonderkredit, was von der Regierung abgelehnt wurde. Guido Müller (SVP) kritisierte, dass Luzern Schwierigkeiten hatte, J+S-Gelder zu erhalten, aber bereit war, vom Lotteriefonds für den Auftritt in Zürich zu schöpfen.
Die Regierung bestreitet, sich gegen die Kompensation von J+S-Millionen gewehrt zu haben. Sie betont, dass das Sechseläuten hervorragende Möglichkeiten zur Präsentation des Kantons bietet und man pro Legislatur nur einen großen Anlass finanziere. Trotz der Absage in den Jahren 2015 und 2021/25 sei die Teilnahme nun möglich.
Die Regierung betont, dass das steigende Lottomillionen-Ergebnis von Swisslos es ermöglicht, ohne Einfluss auf andere Förderungen zu finanzieren. Auch das Jubiläumsjahr mit Ausstellungselementen aus dem Museum Luzern bietet neue Präsentationsmöglichkeiten.
Ein kleines Projektteam soll die Organisation leiten, und externe Partner werden involviert. Ein detailliertes Budget steht noch aus; geplant ist eine effiziente, kostengünstige Delegation. Kantonsräte müssen selbst für ihre Anreise aufkommen.
Kritiker in Zürich bemängeln die hohen Kosten für Gastkantone, wobei 2024 Appenzell Ausserrhoden mit 607’000 Franken Rekordeinnahmen erzielte. Luzern, das erstmals 2007 teilnahm und zuletzt 2016 ausfiel, plant nun erneut, im kommenden Jahr selbst anzureisen.
Neben dem Sechseläuten plant die Regierung, bis Ende 2027 insgesamt 815’000 Franken Lottogelder für die Ruder-WM 2027 zu verwenden.