Politikerinnen setzen sich verstärkt für bessere Bezahlung der Klassenlehrer an Berufsfachschulen ein. Der Regierungsrat geht einen Schritt in diese Richtung, ohne jedoch eine umfassende Lösung anzubieten.
Ein Teil der Klassenlehrpersonen wird ab sofort für die Betreuung von Schülerangelegenheiten neben dem Unterricht entlastet. Die Grünen-Kantonsrätin Eva Lichtsteiner hatte gefordert, dass alle Lehrpersonen ab dem Schuljahr 2027/28 eine halbe Wochenlektion als Entschädigung erhalten sollen (zentralplus berichtete). Der Regierungsrat stimmt dieser Forderung zu, jedoch nur für einige Lehrpersonen.
Seit 2025/26 erhalten Klassenlehrer an Gymnasien und Fach- sowie Wirtschaftsmittelschulen pro Woche eine Lektion Entlastung. An Berufsfachschulen gehört die Betreuungsrolle hingegen zum regulären Arbeitspensum, was zu einer Verringerung der Zeit für andere Aufgaben führt.
Teilweise Entlastung geplant
Der Regierungsrat plant eine Änderung: Künftig sollen Klassenlehrer an Berufsfachschulen im ersten Lehrjahr pro Woche um eine halbe Lektion entlastet werden. Rund eine Million Franken sind dafür vorgesehen. Die Gründe hierfür liegen in der besonderen Herausforderung des Einstiegs in die Lehre, wobei Klassenlehrer als wichtigste Ansprechpartner fungieren. In späteren Lehrjahren wird der Aufwand geringer eingeschätzt.
Eine vollständige Entlastung für alle Lehrjahre lehnt der Regierungsrat ab, da dies Kosten von etwa drei Millionen Franken verursachen würde.
Drei Vorstösse zur Forderung
2013 wurde die Entlastung aus Kostengründen gestrichen. Während andere Schularten diese Funktion später teilweise wieder einführen konnten, blieben Berufsfachschulen zurück. Im Budget 2026 war eine Rückkehr geplant, doch dies wurde wieder gestrichen.
Drei politische Vorstösse resultierten daraus. Neben Lichtsteiner forderte SP-Kantonsrätin Elin Elmiger die Wiedereinführung der Entlastung, ohne jedoch einen festen Zeitpunkt zu benennen. Mitte-Kantonsrätin Gabriela Schnider-Schnider schlug eine eingeschränktere Lösung vor: lediglich für das erste Lernjahr.
Die Regierung plant nun, das Postulat Lichtsteiner aufgrund der hohen Kosten nur teilweise als erheblich zu erklären. Der Entscheid des Kantonsrats steht noch aus.