Autor: Hana Fink
Ein Vorstoss im Luzerner Kantonsrat zielt darauf ab, die Lohndifferenzen zwischen Männern und Frauen zu bekämpfen. Der Regierungsrat bestätigt, dass Frauen in Luzern für gleichwertige Arbeit unter gleichen Bedingungen monatlich 459 Franken weniger verdienen als ihre männlichen Kollegen.
Kantonsrätin Maria Pilotto (SP) setzt sich mit einer Motion für strengere Lohngleichheitsanalysen ein. Demnach sollen künftig Unternehmen ab 50 Angestellten diese Analysen regelmäßig durchführen, während die aktuelle Vorschrift dies erst ab 100 Mitarbeitenden vorschreibt.
Laut Bundesamt für Statistik betrug der Lohnunterschied zwischen Männern und Frauen im Jahr 2022 in der Schweiz durchschnittlich 16,2 Prozent. Einige dieser Unterschiede lassen sich erklären: Männer sind häufiger in besser bezahlten Branchen tätig oder besetzen Führungspositionen, während Frauen oft Berufe mit niedrigeren Löhnen ausüben und öfter Teilzeitarbeit leisten.
Trotz Anpassungen für Ausbildung, Berufserfahrung und Branche bleibt ein erheblicher Teil der Lohnlücke statistisch unerklärt, was auf mögliche Lohndiskriminierung hindeutet. Pilotto kritisiert, dass freiwillige Maßnahmen zur Reduzierung von Lohndiskriminierung bisher erfolglos waren und viele Unternehmen ihre gesetzlichen Pflichten nicht erfüllen.
Die vorgeschlagene Regelung würde im Kanton Luzern circa 440 zusätzliche Firmen betreffen, sodass insgesamt mehr als 1100 Unternehmen Lohngleichheitsanalysen durchführen müssten. Pilotto sieht in Basel-Stadt ein Beispiel für eine aktive Gesetzgebung zur Förderung der Lohngleichheit und fordert Luzern auf, hierbei eine Vorreiterrolle zu übernehmen.
Der Regierungsrat hält den Aufwand allerdings für zu hoch. Er beziffert die zusätzlichen Kosten für lokale Unternehmen auf rund 900’000 Franken innerhalb von vier Jahren und schätzt weitere etwa 200’000 Franken für externe Überprüfungen. Trotz Anerkennung des Problems empfiehlt er die Ablehnung der Motion, da eine Ausweitung der Pflicht nicht automatisch eine vollständige Umsetzung garantieren würde.