Nach zwanzig Jahren kehrt Marius Tschirkys kultige Jagdkapelle zurück, um mit neuer Musik und dem Album «Mir sind alles Waldchind» zu begeistern. Trotz ihres anhaltenden Erfolgs wird das finanzielle Geschäft der Kindermusik immer schwieriger.
Marius Tschirky, Frontmann aus St. Gallen und ehemaliger Naturpädagoge, teilt seine Gedanken zur Authentizität in der Kindermusikszene: “Wenn man zu einem abgerotzten alten Typ wird, der nur Kinderlieder singt, verliert es seinen Reiz.” Die Jagdkapelle, bekannt als die «Punks der Schweizer Kindermusik», mischt Folk, Pop und Theater zu interaktiven Konzerten.
Die Gruppe ist mit ihrem aktuellen Programm «Tohuwabohu» unterwegs und tourt 2026 durch die Schweiz. Zudem betreiben sie den Dialekt-Kinderpodcast «Radio Waldrand – live aus der Jägerhütte» sowie das Musikevent «Felltuschgnusch», welches in Theatersälen aufgeführt wird.
Früher finanzierte sich die Band durch CD-Verkäufe und Konzertgagen. Heute, im Zeitalter des Streamings, erhalten sie jedoch nur noch 4 Rappen pro vollständig gestreamtem Album. Mit den heutigen Einnahmen verdient Marius Tschirky etwa 3400 Franken monatlich – die Hälfte dessen, was er früher mit CDs einnahm.
Marius & die Jagdkapelle sind weiterhin aktive Live-Acts im Kindermusikbereich. Dennoch musste sich Marius anpassen und arbeitet nun auch als Grafiker und Merchandiser, um die Musikproduktion finanzieren zu können. Er kritisiert die heutige Streamingkultur: “Sie treibt das Geschäft in Richtung oberflächlicherer Songs, da Klicks wichtiger geworden sind.”
Marius Tschirky sieht keinen Grund zurück zum Waldkindergarten zu kehren und engagiert sich stattdessen dafür, auf die Probleme des Musikgeschäfts hinzuweisen.
Ein unvergesslicher Auftritt war 2009 in der Berner Eissporthalle PostFinance Arena vor Rockband Europe-Fans, anstatt Kindern. Marius Tschirky erinnert sich: “Ich sang über Kopfschmerzen während mir italienische Fans ihre Brüste zeigten.”
Das neue Album «Mir sind alles Waldchind» wird am 27. März 2026 veröffentlicht.
Interview: Claudio Landolt