Der staatseigene Rüstungslieferant Ruag MRO verzeichnete im vergangenen Jahr einen operativen Gewinn (Ebit) von über sechs Prozent und erhöhte den Nettoumsatz auf 825 Millionen Franken. Die Liquiditätsquote wuchs ebenfalls, sodass die finanziellen Ziele erreicht wurden. Organisatorisch sieht es jedoch anders aus.
Laut Mitteilung vom Donnerstag hat Ruag MRO die strategischen Vorgaben des Bundesrates erfüllt und entscheidende Erfolge für die Zukunft erreicht. Altlasten konnten abgebaut werden, während im neuen Geschäftsjahr ein Kulturwandel vorangetrieben wird. Die Zusammenarbeit mit dem Hauptkunden, der Schweizer Armee, soll verstärkt werden.
Als wichtigster Industriepartner unterstützt Ruag MRO die Resilienz der Armee, wie der Bundesrat in einer schriftlichen Mitteilung hervorhob. Die strategischen Ziele wurden teilweise erreicht, mit besonderem Fokus auf den Umsatzanstieg – das erste Mal seit 2022.
Kundenzufriedenheit bleibt gemischt, insbesondere wegen mangelnder Termintreue, was die Einsatzbereitschaft der Armee beeinträchtigt. Der Bundesrat fordert verbesserte Kommunikationswege zwischen Ruag MRO, Gruppe Verteidigung und Armasuisse.
Untersuchungen bei Ruag MRO laufen noch, wie am Dienstag angekündigt. Diese beziehen sich auf Unregelmäßigkeiten während der Zeit der ehemaligen Ruag Holding AG, darunter eine forensische Untersuchung zu den Leopard-1-Panzern.
Im vergangenen Jahr sorgte Ruag durch betrügerische Verkäufe für Negativschlagzeilen: Über zehn Millionen Franken kostet die Aufklärung durch eine Zürcher Anwaltskanzlei. Zudem wurde der Konzern von der Eidgenössischen Finanzkontrolle (EFK) kritisiert, gemeinsam mit Elbit Verzögerungen bei der Modernisierung der Kommunikationssysteme der Armee verursacht zu haben.
Ruag setzt EFK-Empfehlungen um und ordnet Maßnahmen an. Im Berichtsjahr wurde eine neue Organisationsstruktur implementiert, und Compliance-Prozesse extern geprüft.