Nach der Entleerung des ehemaligen Munitionsdepots in Mitholz, Oberland Bernesisches, deutet ein Bericht des Eidgenössischen Finanzdepartements (EFD) darauf hin, dass das Gelände möglicherweise nicht mehr für landwirtschaftliche Zwecke genutzt werden kann. Dieser Umstand wurde im neuesten Fortschrittsbericht über den Abräumprozess festgehalten.
Das Verteidigungsdepartement (VBS) trägt die Verantwortung für diese Aktion. Aktuelle Bodenuntersuchungen legen nahe, dass Munitionsteile tiefer und auf einer größeren Fläche verteilt sind als ursprünglich angenommen, wie aus dem heute veröffentlichten Dokument hervorgeht. Der aktuelle Plan sieht vor, das Gelände so zu entminen, dass Landwirtschaft und Viehzucht sicher möglich sind.
Das EFD betont, dass dies der übliche Umgang mit solchen Flächen ist. In Wäldern wird nicht jede Munitionsrest entfernt; eine vollständige Säuberung erfolgt nur dort, wo dauerhafte Bauwerke entstehen.
Mit heutiger Technologie können bis zu einer Tiefe von etwa 30 Zentimetern Munition sicher lokalisiert und geborgen werden. Tiefere Schichten im Boden bleiben bestehen. Bei Entfernung dieser Reste müssten mehrere Meter Erde ausgehoben und gereinigt werden, was zum Verlust des Humus führen würde.
Im Dezember 1947 kam es bei dem damaligen Militärlager in einer Felswand nahe Mitholz zu heftigen Explosionen. Neun Menschen kamen ums Leben, zahlreiche Tonnen Sprengstoff blieben unter den Trümmern des Anlagenkomplexes.
Aus diesen Munitionsresten resultiert ein höheres Explosionsrisiko als bisher angenommen. Im September 2023 genehmigten die eidgenössischen Räte für die Entminung ein Kreditvolumen von 2,59 Milliarden Franken.