Der iranische Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf, ein erfahrener Kommandant der Revolutionswächter und ehemaliger Luftwaffenkommandeur, könnte in den Hintergrundgesprächen zwischen Iran und den USA eine Schlüsselrolle spielen. US-Präsident Donald Trump verlängerte die Frist für Iran bezüglich des Zugangs zur Strasse von Hormuz bis zum 6. April nach “sehr guten und produktiven Gesprächen”. Obwohl Ghalibaf öffentlich seine Verhandlungsbereitschaft mit den USA abstritt, deutet vieles darauf hin, dass er im Hintergrund aktiv ist.
Ghalibaf, ein 64-jähriger Hardliner aus dem Sicherheitsapparat der Islamischen Republik und bekannt für seine pragmatische Herangehensweise, rückte nach Ali Larijanis Tod durch einen israelischen Angriff als potenzieller Machtfaktor in Iran ins Rampenlicht. Er ist nicht nur ein Veteran des Irak-Krieges, sondern auch jemand, der während des Libanon-Konflikts 2024 eigenständig eine Flugzeugreise unternahm.
Sein politischer Aufstieg begann mit einem beeindruckenden Werdegang innerhalb der Revolutionswächter und führte ihn später zum Teheraner Bürgermeister. Trotz mehrfacher erfolgloser Präsidentschaftskandidaturen bleibt Ghalibaf eine prägende Figur im iranischen Politgeschehen, obwohl seine Karriere von Korruptionsvorwürfen überschattet wird.
Ghalibaf verkörpert das Bild eines konservativen Pragmatikers. Er äußerte sich 2008 beim Weltwirtschaftsforum in Davos über die Notwendigkeit, Extremismus zu überwinden und den Alltag der Iraner zu verbessern. Diese Ambivalenz zwischen Autoritarismus und Reformbereitschaft macht ihn für Trump interessant.
Der Islamwissenschaftler Wilfried Buchta betont Ghalibafs tief verwurzelte Verbindungen zum autoritären Sicherheitsapparat, während Rouzbeh Parsi die Herausforderung hervorhebt, mit einem System umzugehen, das kompromisslos und radikal geworden ist. Letztlich könnte Trumps Annäherungsversuch an Ghalibaf darauf abzielen, eine diplomatische Lösung zu finden, bei der beide Seiten ausreichend Sicherheit vor weiteren Konflikten ziehen könnten.