Seit Mitte Mai letzten Jahres hat Mujinga Kambundji keinen Wettkampf mehr bestritten. Die zweifache Europameisterin über 200 m entschied sich damals, die Saison vorzeitig zu beenden, nachdem sie beim Diamond-League-Meeting in Doha antrat. In den vergangenen Monaten hat sie sich auf das Training konzentriert, da sie im November Mutter eines Sohnes wurde.
Nun steht für Kambundji ein Comeback bevor. Ein genaues Datum ihrer Rückkehr ist noch nicht festgelegt, doch ihr Ziel ist klar: «Im August will ich wieder kompetitiv sein», gibt die 33-Jährige in einem Interview mit SRF zu Protokoll und denkt dabei auch an einen Start bei den Europameisterschaften in Birmingham (10. bis 16. August). “Ich fühle mich gut, im Training macht es Fortschritte und ich werde fitter”, erklärt sie weiter. Trotzdem möchte sie sich nicht unter Druck setzen.
Die Rückkehr ist für Kambundji eine neue Herausforderung: «Ich kenne meinen Körper sehr gut», so die Athletin, “doch es gibt einen Faktor, den ich noch schwer einschätzen kann.” Die Nachwirkungen der Stillhormone machen sich bemerkbar: “Ich bin immer noch nicht zu 100 Prozent ‹normal›. Es kommt vor, dass ich nicht genau weiss, wie mein Körper reagiert. Ich muss lernen, damit umzugehen.”
Dies erschwert die Planung ihrer Wettkampfsaison. Der aktuelle Plan sieht ihre Rückkehr in der zweiten Junihälfte vor. Vor den Europameisterschaften plant sie, an kleineren Meetings in der Schweiz teilzunehmen und auf Reisen ins Ausland zu verzichten: “Es geht darum, wieder Wettkampfroutine zu entwickeln. Das kann ich überall machen.”
Sollte die positive Entwicklung anhalten, könnte Kambundji im Juni erstmals seit mehr als einem Jahr wieder antreten. Ob Anfang oder Ende des Monats ist dabei zweitrangig: “Ich bin zufrieden mit meiner Fortschritte im Training und auch Léon macht es gut”, sagt sie. Sie blickt gespannt auf die Zukunft.
Die Zuversicht bleibt, obwohl sich einige Unbekannte in ihrer Rückkehr zur Topform noch auftun könnten.