«Das Verlangen fragt nicht um Erlaubnis», prangten die gelben Grossbuchstaben auf violettem Untergrund, gefolgt von der kleiner gedruckten Ergänzung: «Ein einziges ‚Ja‘ genügt.» Solche Aussagen zierten diverse Plakate, die Anfang Mai in den Strassen des Wallis auftauchten und sofort Empörung auslösten.
Die Kritik entzündete sich sowohl auf sozialen Medien als auch beim Feministischen Kollektiv Wallis, das zahlreiche Beschwerden erhielt. Die Organisation kritisiert die Botschaft der Plakate scharf und warnt davor, dass sie den Eindruck vermittele, Kunden seien ungehemmt.
«Es geht nicht darum, solche Orte oder Sexarbeitende an den Pranger zu stellen», erklärte Maude Louviot vom Kollektiv gegenüber der «24Heures». Sie fügte hinzu: «Hier handelt es sich um eine Aufforderung zur Vergewaltigung.» Laut Louviot suggeriere die Botschaft, dass man sich unabhängig von Zustimmung bedienen könne.
Die Aufmerksamkeit auf das Problem lenkte Anne-Laure Couchepin Vouilloz, Stadtpräsidentin von Sitten, indem sie den Vorfall schilderte: «Eine Bürgerin berichtete uns zuerst über ihre Verletzung. Sie machte uns darauf aufmerksam, dass die Plakate als Aufforderung zur Vergewaltigung verstanden werden könnten, was bei mir nicht der Fall war.» Daraufhin habe sie den Club kontaktiert.
Couchepin Vouilloz betonte: «Ich wollte keine große Affäre daraus machen. Während einige Menschen schockiert sind, empfinden andere das anders. Mein Ziel war es jedoch sicherzustellen, dass dem Club bewusst ist, welche Auswirkungen seine Botschaft haben kann.»
RTS Forum, 6.5.2026, 18 Uhr; weds