Die Polizei in Luzern nimmt den Fall einer seit dem Frühjahr 2021 vermissten jungen Frau wieder auf. Nach rund zwei Wochen haben die Behörden erste Hinweise erhalten, wie Simon Kopp, Kommunikationsverantwortlicher der Staatsanwaltschaft Luzern, mitteilt. Alishia Bucher hatte am 22. April 2021 ihren Wohnort Adligenswil verlassen und wurde zuletzt am Bahnhof Luzern gesehen; seitdem fehlt von ihr jede Spur.
Die Behörden haben den Fall wieder aufgenommen, nachdem neue Informationen eingegangen sind. Aus ermittlungstaktischen Gründen wurden die Details zu diesen Hinweisen nicht preisgegeben. Die Staatsanwaltschaft schließt derzeit auch ein mögliches Tötungsdelikt nicht aus.
Mit einer Belohnung von 5000 Franken bitten die Behörden um Mithilfe der Öffentlichkeit, insbesondere bezüglich Alishias Verbleib und ihrer persönlichen Gegenstände. Ebenso werden Beobachtungen im April 2021 gesucht.
Zwei Wochen nach Bekanntgabe dieser Informationen bestätigt die Staatsanwaltschaft auf Nachfrage, dass einige Hinweise eingegangen sind, die derzeit geprüft werden. Laut Kopp würden sie sich über weitere Kontaktaufnahmen von Personen freuen, die Beobachtungen zur Vermisstenmeldung gemacht haben könnten.
Die Polizei hatte in den vergangenen Jahren umfangreiche Ermittlungen durchgeführt: eine öffentliche Vermisstmeldung, diverse Suchaktionen, Befragungen, Hausdurchsuchungen, internationale DNA-Abgleiche und andere Untersuchungen im In- und Ausland.
Es wird angenommen, dass Alishia, die zum Zeitpunkt ihres Verschwindens alkohol- und drogenabhängig war und sich einer Geschlechtsangleichung unterzogen hatte (seither “Luca” genannt), in der Schweiz geblieben ist. Es gibt keine konkreten Hinweise auf einen Aufenthalt im Ausland.
Alishia/Luca wird wie folgt beschrieben: 1,63 Meter groß, ungefähr 50 Kilogramm schwer, mit einem schwarzen Cap, einer schwarz gefütterten Parkajacke, einer schwarzen Trainerhose und weissen Adidas-Schuhen. Sie trug ein Nokia-Handy, eine blau-gelbe Geldbörse, die Schweizer ID-Karte sowie eine Bankkarte der Luzerner Kantonalbank, eine weiße Plastik-Uhr von Swatch, einen Kaba-Star-Schlüssel und eine schwarze Tasche mit Kordel.
Die Strafuntersuchungsbehörden in Luzern stehen im engen Austausch mit der Familie und haben den neuerlichen Aufruf zur Zeugenmeldung mit ihr abgestimmt. Kopp betont die Belastung für die Familie aufgrund der Ungewissheit: “Wir setzen alles daran, den Fall lösen zu können.”