Das neue Entry-Exit-Regime, das am Freitag landesweit eingeführt wurde, zielt darauf ab, den Schengenraum besser gegen Bedrohungen wie Terrorismus und organisierte Kriminalität zu schützen. Das System erfasst biometrische Daten von Reisenden aus Drittstaaten und ermöglicht einen effizienteren Grenzübertritt. Henna Virkkunen, Vizepräsidentin der EU-Kommission, betont: «Das Entry-Exit-System ist ein wichtiger Schritt zur Stärkung der Sicherheit der Bürger.»
In den letzten sechs Monaten wurden 27.000 Reisenden die Einreise verweigert – etwa ein Drittel davon hatte keine ausreichende Aufenthaltsbegründung, und rund 6.000 waren Overstayer. Mehr als 700 Personen gelten als öffentliche Gefahr; unter ihnen befinden sich möglicherweise Verbindungen zu Terrororganisationen. Etwa 300 Reisende wurden mit gefälschten Dokumenten festgestellt.
Die EU-Kommission gibt keine Auskunft darüber, was nach der Zurückweisung an den Grenzen geschieht, da dies Aufgabe der Mitgliedsstaaten ist. Die Mehrheit der Fälle tritt an osteuropäischen Grenzen auf, wo Drittstaaten über Land erreichbar sind. Im Vergleich zu 52 Millionen registrierten Grenzbewegungen erscheinen die 27.000 Zurückweisungen zwar hoch, doch im alten System wären viele Fälle möglicherweise nicht automatisch gemeldet worden.
Trotz der Vorteile des Real-Time-Datenaustauschs über einen Server in Straßburg gab es während der Übergangsphase Probleme. Lang anhaltende Wartezeiten und technische Schwierigkeiten führten zu langen Schlangen, besonders bei britischen Reisenden. In der Schweiz mussten Skifahrer vor Weihnachten bis zu vier Stunden warten.
Die EU-Kommission behauptet, dass das Verfahren im Durchschnitt nur 70 Sekunden dauert. Schneller sollen die Prozesse ablaufen, sobald die App «Travel to Europe» flächendeckend nutzbar ist – bisher sind erst Zollstellen in Schweden und Portugal beteiligt.
Einige Staaten hatten Probleme mit der fristgerechten Einführung: Frankreich kündigte an, dass es bis 10. April nicht überall einsatzbereit sei. In Italien gab es ebenfalls Herausforderungen. Die EU-Kommission steht in intensivem Austausch mit betroffenen Ländern und spricht von technischen Problemen. Sollten diese andauern, könnten die Systeme temporär eingeschränkt werden, insbesondere während der Hauptreisezeit im Sommer. Ab September wird jedoch keine Flexibilität mehr gewährt.