Für die Wahl in den Zürcher Regierungsrat im kommenden Jahr hat sich nun Nora Ernst, Co-Präsidentin der Grünliberalen Partei (GLP), entschieden. Dies gab sie am Donnerstag in einem Interview mit Tamedia-Zeitungen bekannt.
Die 39-jährige Umwelt- und Naturwissenschafterin lebt in Winterthur und ist als Nachhaltigkeits-Risikomanagerin bei Swiss Re tätig. Politisch war sie seit 2022 im Winterthurer Stadtparlament aktiv und wurde im Jahr 2024 Co-Präsidentin der kantonalen GLP. Trotz ihrer politischen Erfahrung in Winterthur ist Ernst überregional kaum bekannt und hat keine direkte Verbindung zur Zürcher Kantonspolitik, nachdem sie die Wahl zum Zürcher Kantonsparlament im Jahr 2023 verpasst hatte.
Ernst wurde von einer internen Findungskommission aus über zehn Bewerbern auserwählt und soll durch die Parteidelegierten im April definitiv nominiert werden. Tiana Moser, Ständerätin der GLP, wird nicht antreten, unterstützt Ernst jedoch vollständig. Nationalrätin Corina Gredig verzichtet ebenfalls auf eine Kandidatur, um sich auf ihre Rolle als Fraktionschefin und ihren Job zu konzentrieren.
Bislang hat die GLP noch nie einen Sitz im Zürcher Regierungsrat gewonnen, obwohl Verena Diener 2004 nach ihrer Wahl für die Grünen zur GLP wechselte und bis 2007 in der Exekutive blieb. Bei den Wahlen 2011 und 2015 zog sich die Partei zurück, da man nur mit ernsthaften Gewinnchancen kandidierte.
Jörg Mäder versuchte 2019 sein Glück für die GLP, obwohl sie bei den Kantonsratswahlen erfolgreich war. Auch er scheiterte knapp wie zuvor Martin Bäumle (2007) und Benno Scherrer (2023), deren Kandidaturen jeweils um mehr als 20.000 beziehungsweise 50.000 Stimmen für eine Wahl verfehlten.
Die bevorstehenden Wahlen sind besonders spannend, da mehrere Sitze frei werden: Jacqueline Fehr (SP), Carmen Walker Späh (FDP) und Ernst Stocker (SVP) verzichten auf eine weitere Amtszeit. Ähnliches wird von Silvia Steiner (Mitte) erwartet, die bislang keine Stellung bezogen hat. Natalie Rickli (SVP) strebt hingegen ein weiteres Mandat an; Martin Neukom (Grüne) gilt als sicherer Kandidat, während Mario Fehrs Zukunft ungewiss bleibt.
Die Wahlen finden am 4. April 2027 statt.