Daniel Frischknecht, Vorsitzender der christlich-konservativen EDU, hat das Schweizer Fernsehen scharf kritisiert. In einem umfangreichen Podcast behauptet er, SRF habe in seiner Dokumentarserie «Satanic Panic» unzutreffende Darstellungen über rituellen Missbrauch geliefert. Die Serie aus dem Jahr 2021 beleuchtete Fälle, bei denen Therapeutinnen und Therapeuten Patienten falsche Erinnerungen an satanistische Kulte eingeschärft haben sollen.
Frischknecht sieht Parallelen zu den Enthüllungen über Jeffrey Epstein. Seiner Meinung nach hat SRF Opfer von sexuellem Missbrauch ungerechterweise des Lügens bezichtigt und damit dramatische Auswirkungen auf deren Leben verursacht, einschließlich derer von Therapeuten, Ärzten und Kliniken.
In einem 70-minütigen Podcast setzt sich Frischknecht mit dem Thema ritueller Gewalt auseinander. Er interviewt dabei zwei Frauen, die angeben, schreckliche Erfahrungen gemacht zu haben. Eine davon behauptet, auf einem Altar gebunden und mit Blut übergossen worden zu sein.
Frischknecht kritisiert auch die Reaktion der Behörden im Zuge des Skandals um eine Thurgauer Klinik. Er habe versucht, Politiker für das Thema zu interessieren, doch diese hätten Angst vor einem Shitstorm gehabt.
Der Parteipräsident argumentiert, dass ritueller Missbrauch kein Hirngespinst sei. Dies basiere auf Erfahrungen aus seiner Therapeutentätigkeit vor über 15 Jahren. Die Frauen im Podcast hat er über den Verein Cara kennengelernt, der sich für Opfer solcher Gewalt einsetzt und heftige Kritik wegen Aussagen seines Präsidenten erfahren hat.
Die Vorwürfe gegen die SRF-Berichterstattung werden auch von radikaleren Kreisen erhoben. Der Internetsender Kla.tv, der zu Sektenzirkeln gehört, kritisiert Journalisten für angebliche Vertuschungen solcher Fälle.
Frischknecht bestreitet jedoch eine Nähe zu diesen Gruppen und betont, dass er nur einen kurzen Ausschnitt aus Kla.tv verwende, weil dieser mit seinen Recherchen übereinstimme. Er hebt hervor, dass die Frauen im Podcast ohne Verpixelung auftraten.
Die Opfer kritisieren, dass sie nun als Lügnerinnen dargestellt werden und Schwierigkeiten haben, Therapieplätze zu finden. Frischknecht wirft SRF vor, Täterschutz an die Stelle des Opferschutzes gesetzt zu haben.
SRF weist diese Vorwürfe zurück und betont seine unabhängige Berichterstattung. Die Ombudsstelle habe keine Verletzung der Sachgerechtigkeit festgestellt. Untersuchungen in den Kantonen Thurgau und Bern bestätigten laut SRF die Recherchen, die rituelle Gewalt als Verschwörungserzählung identifizierten.