Der Sohn des ehemaligen iranischen Schahs, Reza Pahlavi, hat während seines Besuchs in Berlin von europäischen Regierungen mehr Druck auf die Führung in Teheran verlangt. Er traf sich mit einigen Bundestagsabgeordneten, darunter der CDU-Außenpolitiker Armin Laschet, doch Gespräche mit Regierungskreisen waren nicht vorgesehen. Pahlavi, der als privater Gast nach Deutschland kam und von Teilen der iranischen Opposition unterstützt wird, erklärte vor Journalisten in Berlin: “Es ist an der Zeit, dass Ihr handelt.” Sein Appell richtete sich gegen die Legitimierung des herrschenden Staatsapparats.
In seiner Rede betonte Pahlavi das Fehlen von Veränderungen im Iran und kritisierte den Westen für seine 47 Jahre währende Illusion, dass der iranische Regime durch Dialog verändert werden könne. Zuletzt wurden laut seinen Angaben 19 politische Gefangene hingerichtet und weitere 20 Personen zum Tode verurteilt.
Der oppositionelle Politiker, der im Exil in den USA lebt, strebt eine klare Veränderung des iranischen Systems an und wendet sich gegen das Mullah-System. Obwohl Pahlavi Unterstützung aus den Reihen der Opposition erhält, ist die Größe seines Rückhalts unter der iranischen Bevölkerung ungewiss. Dies liegt auch daran, dass seit Beginn der Angriffe am 28. Februar eine Internetblockade über das Land verhängt wurde und die Opposition selbst gespalten ist.
In Deutschland löste Pahlavis Besuch gemischte Reaktionen aus. Während seine Unterstützer vor dem Veranstaltungsort demonstrierten, kritisierte Berlins Justizsenatorin Felor Badenberg (CDU) die autoritäre Vergangenheit der Familie Pahlavi und die mangelnde Distanzierung von Verbrechen während der Schah-Ära. Ein Aktivist zeigte seine Ablehnung gegenüber Pahlavi, indem er ihn mit Tomatensauce attackierte.