Autor: Valeria Wieser
Ein Jahr ist vergangen, seit Martin Pfister die Ämter des Bundesrats und VBL-Chefs übernahm. Zu Beginn erhielt er viel Anerkennung von seinen Weggefährten, doch wie steht es um sein Ansehen heute? In einigen Punkten herrscht Einigkeit, aber auch Kritik gibt es.
Am 12. März 2025 hallte die Stimme durch das Bundeshaus: «Gewählt ist mit 134 Stimmen… Pfister Martin.» Diese Worte haben sich im kollektiven Gedächtnis Zugs festgesetzt. Vor einem Jahr hätte kaum jemand eine Wahl eines ‹Hiesigen› in der Landesregierung prognostiziert, erst recht nicht auf diesen Pfister – eher wäre man auf Gerhard Pfister getippt.
Zuger wie Heinz Tännler (SVP) und Thomas Aeschi (SVP), der 2015 um den Sitz von Eveline Widmer-Schlumpf (BDP) kandidierte, aber chancenlos blieb, haben ebenfalls Ambitionen gezeigt.
Kurz vor der Bundesratswahl 2025 sprach zentralplus mit Pfisters Weggefährten – vom Pfadi- und Guggemusig-Gschpändli über Zunftbrüder bis hin zu Bekannten aus dem Militär und Regierungsrat. Alle äußerten sich positiv über den Allenwindner (zentralplus berichtete).
Ein Jahr später wurde dieselbe Gruppe erneut befragt, da sie Pfisters Weg genau verfolgen.
Thomas Meierhans, ein Jugendfreund und Mitte-Kantonsrat, lobte die sachliche und ehrliche Herangehensweise Pfisters trotz einer schwierigen weltweiten Lage. Er schätzt dessen Fähigkeit, komplexe Themen klar zu kommunizieren. Auch die personellen Weichenstellungen und die klare Strategie im ersten Jahr werden gelobt.
Pfister blieb der Gugge treu und nahm am Fasnachtssonntag teil, was bei den Zuschauern großen Anklang fand – obwohl er von Sicherheitsleuten begleitet wurde, konnte er ungehindert musizieren. Meierhans betont Pfisters Bemühungen, seine Kontakte im Kanton Zug zu pflegen.
Philipp Hofmann, Zunftmeister der Bauleutezunft, ist beeindruckt von der schnellen Orientierung Pfisters in Bundesbern, trotz unzureichender Vorkenntnisse. Die Fähigkeit, Leistungsträger von Schaumschlägern zu unterscheiden und ein vertrauenswürdiges Team aufzubauen, wird hervorgehoben.
Gregor Bruhin, Präsident der Offiziersgesellschaft des Kantons Zug, betont die Herausforderungen Pfisters als Verteidigungsminister. Er hebt dessen transparente Kommunikation und gelungene personelle Entscheidungen hervor, fordert aber mehr finanzielle Unterstützung im Parlament.
Andreas Hostettler, ehemaliger Regierungsratskollege, lobt Pfisters offenen und verlässlichen Stil sowie seine klaren Entscheide. Die Wiederherstellung des Vertrauens in sein Departement wird als Erfolg angesehen.
Es gibt auch Kritik: Gregor Bruhin sieht die geplante Mehrwertsteuererhöhung zur Finanzierung der Armee kritisch, während Thomas Meierhans das Wort ‹Wehrsteuer› vorschlägt. Philipp Hofmann wünscht sich Pfisters Einsatz für die Interessen kleiner Kantone.
Verwendete Quellen
Mündlicher und schriftlicher Austausch mit Pfisters Weggefährten
Bericht zu Thomas Aeschi Bundesratskandidatur «SRF», 2015
Berichterstattungen zu Pfisters Bundesratskandidatur
zentralplus Medienarchiv
Weitere Quellen