André Zemp, Spitalratspräsident des Universitätsspitals Zürich, sprach über die Herausforderungen im Aufbau von Vertrauen bei Patienten nach den erschütternden Ergebnissen eines Untersuchungsberichts zur Herzchirurgie. Er erklärte, dass das Wohl der Patienten immer an oberster Stelle stand und akzeptierte, dass es in der Vergangenheit Versäumnisse gegeben habe. Zemp betonte, dass Führungsfehler und Interessenkonflikte eine Rolle gespielt haben könnten, obwohl er selbst nicht involviert war.
Frühere Reaktionen des Spitals auf Missstände wurden als unzureichend kritisiert. Zemp räumte ein, dass das Unispital in der Vergangenheit Probleme heruntergespielt und erst unter Druck von Whistleblowern oder Medien gehandelt hatte. Er beschrieb die ehemalige Kultur des Schweigens und wies darauf hin, dass sich dies geändert habe.
Nach öffentlichen Aussagen über Patientenschäden im Jahr 2020 und der Reaktion auf Vorwürfe von Paul Vogt reagierte das Spital mit einer umfassenden Aufarbeitung. Zemp verteidigte den Prozess, betonte jedoch die Wichtigkeit eines kulturellen Wandels hin zu Transparenz.
Die Diskussion über verjährte Straftaten und deren moralische Verantwortlichkeit wurde angesprochen. Das Spital plant Gespräche mit Betroffenen und hat eine Beratungsstelle eingerichtet, um individuelle Lösungen anzubieten. Zudem wird ein Beirat die Fälle begutachten, um angemessen zu handeln.