Hermann Schönbächler, ein Forstarbeiter, wurde durch seine Auftritte in der SRF-Serie «Auf und davon» zu einer Kultfigur. Seine Familie wehrt sich jetzt gegen die ungewollte Berühmtheit ihres Lebensstils, insbesondere gegen einen Party-Hit.
Schon früh zeigte Schönbächler Anzeichen von Überdruss. 2016 beklagte er in einem Gespräch mit SRF-Moderatorin Mona Vetsch seine Bekanntheit: In Biel musste er Autogramme geben und in Brienz wurde ein Team am Schülergrümpelturnier als «Familie Schönbächler» bekannt. Seine Freude darüber, dass sein Spitzname von anderen übernommen wird, änderte nichts an seiner Frustration.
Heute, zehn Jahre später, sind die Schönbächlers entschlossen, sich von Medien zurückzuziehen und fordern Respekt für ihre Privatsphäre. Ihre Facebook-Stellungnahme kritisiert unautorisierte Fanprodukte und nennt den «Richi-Song» der Stubete-Gäng einen Höhepunkt der Unverschämtheit.
Seit ihrem ersten Auftreten 2011 in «Auf und davon» wurden Hermann Schönbächler und sein Sohn Richi zu ungewollten Medienstars. Auf Youtube sind zahlreiche Memes und Clips von ihm populär, wie seine Pirouetten auf einem gefrorenen See oder die lustige Weihnachtsmarkt-Szene.
Eine der bekanntesten Szenen: Im Jahr 2012 versucht Hermann Schönbächler, Richi aus einem Bagger zu heben. Nachdem der Junge weinend herunterfällt, sagt der Vater berühmt-berüchtigt: «Ja Richi, i ha gseit, du söusch di guet häbe!» Dieser Moment hat sich in der Schweizer Popkultur verewigt.
Solche Sätze wie «Söll emal choo!», gesagt von einem Mann in einer SRG-Sendung 1977, haben die Kulturlandschaft geprägt. Der Hut-Mann wurde sogar zu einem Hit inspiriert und erschien 2025 als Choreo eines Fußballfans.
Die Schönbächlers stehen nun im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Ein Video mit der Baggerszene zählt über 1,6 Millionen Aufrufe. Es gab Socken und ein Kinderbuch, das die Szene in «South Park»-Stil darstellt.
Der Song der Stubete-Gäng erzählt von Richi, der zum ersten Mal mit dem Bagger ausgeht, wobei Hermanns Stimme erscheint. Der Hit wurde bei Eishockey-Wettbewerben gespielt und als Favorit genannt.
Jedoch reagieren Händler auf die Kritik der Familie und ziehen Produkte zurück. Die Stubete-Gäng plant, den Song zu überarbeiten und Hermanns Stimme nicht mehr zu verwenden. Auch die Nationalmannschaft kündigt einen anderen Torsong an.
Der SRF-Sprecher Roger Muntwyler erklärte, dass man die Verwendung der «Richi»-Produkte nie lizenziert habe. Die Rechte liegen bei Protagonisten und SRF. Der Ärger der Familie ist verständlich, da ihre Kinder nun Erwachsene sind.
Dennoch hat sich Hermann Schönbächler lange nicht gegen seine Berühmtheit gewehrt. Seine Frau veröffentlichte sogar ein Buch über die Familie. Besucher aus der Schweiz kommen immer noch zu ihnen nach Kanada, darunter der Berner Barde Gölä.
Während manche Medienstars Spott ernten, genießen die Schönbächlers Anerkennung und Lob auf ihren Videos. Trotz ihres Wunsches nach Privatsphäre bleiben Fernsehlegenden oft unvergessen.