Der Film «Heldin» von Petra Volpe hat sich bei der diesjährigen Verleihung des Schweizer Filmpreises durchgesetzt, trotz nur zweier Nominierungen – ein überraschendes Ergebnis angesichts der starken Konkurrenz mit zwei achtfach nominierten Titeln. Der Film, der letztes Jahr die meisten Kinozuschauer in der Schweiz verzeichnete und dafür den «Box Office Quartz» erhielt, wurde bereits nach seiner Premiere bei der Berlinale vor einem Jahr beachtet und auf die Oscar-Shortlist für den Internationalen Preis gesetzt, erreichte jedoch keine Nominierung.
Bei der Filmpreisgala gewann «Heldin» nicht nur als bester Schweizer Spielfilm des Jahres, sondern erhielt auch Auszeichnungen für das beste Drehbuch und den besten Ton. Moris Freiburghaus porträtierte in seinem Dokumentarfilm «I Love You, I Leave You» seinen Freund Dino Brandão, der mit einer psychischen Erkrankung kämpft. Für seine Filmmusik wurde Brandão ebenfalls geehrt.
Piet Baumgartners «Bagger Drama», das ebenfalls achtfach nominiert war und als großer Favorit galt, erhielt den Preis fürs beste Schauspiel. Bettina Stucky und Phil Hayes wurden für ihre Leistungen in diesem Familiendrama als beste Darstellerin bzw. bester Darsteller ausgezeichnet.
In der Max-Frisch-Verfilmung von Stefan Haupt überzeugte Sven Schelker als stiller Charakter, was ihm den Preis als bester Nebendarsteller einbrachte.
Der französischsprachige Film «À bras-le-corps» oder «Silent Rebellion», der die Geschichte einer jungen Frau während des Zweiten Weltkriegs im Waadtländer Jura erzählt, gewann zwei Quartz für Benoît Dervaux (beste Kamera) und Karine Sudan (bester Schnitt).
Luisa Zürcher wurde mit dem Preis für den besten Animationsfilm für ihren zehnminütigen Film «Ich bin nicht sicher» ausgezeichnet, in dem sie einen Spitalaufenthalt verarbeitet.
Trotz dreifacher Nominierungen konnten Lionel Baier mit «La Cache», eine Komödie über die 1968er-Unruhen in Paris, und Nicolas Steiner mit «Sie glauben an Engel, Herr Drowak?», der von einem alten Säufer handelt, keine Preise gewinnen.
Die Schweizer Filmbranche selbst verleiht den Preis; Mitglieder der Schweizer Filmakademie stimmen online ab. Die Gala fand im Kongresshaus Zürich statt und würdigt jährlich die herausragendsten schweizerischen Filme und deren Protagonist*innen.
Der Preis wird vom Bundesamt für Kultur, SRG SSR, der Association «Quartz» Genève Zürich in Zusammenarbeit mit Swiss Films, der Schweizer Filmakademie und den Solothurner Filmtagen organisiert. Für 2026 wurden die Filme von rund 600 Akademie-Mitgliedern gesichtet; eine fünfköpfige Kommission nominierte auf Basis dieser Empfehlungen.
Tagesschau, 27.3.2026, 19:30 Uhr