Die Schweizer Medienbranche hat einen Verhaltenskodex zur verantwortungsbewussten Nutzung von Künstlicher Intelligenz angenommen. Dieses Regelwerk, basierend auf einer Konvention des Europarats, zielt darauf ab, das öffentliche Vertrauen in die Technologie zu stärken.
Andrea Masüger, Präsident des Verlegerverbands Schweizer Medien (VSM), betont: «Vertrauen ist das wertvollste Gut der Medien». Der Kodex wurde am Rand des Swiss Media Forums in Luzern vorgestellt und wird von den Verlegerverbänden der Westschweiz (Médias Suisses) und der italienischsprachigen Schweiz (Stampa Svizzera), privaten Radio- und Fernsehsendern, der SRG sowie der Nachrichtenagentur Keystone-SDA unterstützt. Der Presserat begrüßt ebenfalls die Initiative.
In Reaktion auf Studien, die das Misstrauen gegenüber KI-generierten Inhalten belegen, soll der Kodex als Instrument zur Selbstregulierung dienen und sich an den Rahmenkonvention des Europarats über KI und Menschenrechte orientieren. Diese wurde von Medienminister Albert Rösti am 30. März 2025 in Strassburg unterzeichnet.
Der Kodex sieht vor, dass die Verantwortung für redaktionelle Inhalte bei den Medienunternehmen verbleibt, unabhängig davon, ob sie von Menschen oder mit KI erstellt wurden. Die Unterzeichner verpflichten sich zur Schulung des Personals in KI-Fragen, zum Schutz des Urheberrechts sowie zum Einsatz von Maßnahmen gegen Falschinformationen. Ebenso müssen Medien den Datenschutz gewährleisten und über die Verwendung von KI transparent informieren.
Hanspeter Kellermüller, CEO von Keystone-SDA, hebt hervor: «All dies stärkt das Vertrauen im Kommunikationsmarkt». Susanne Wille, SRG-Generaldirektorin, ergänzt: «Mit diesem Kodex schaffen wir eine gemeinsame Grundlage für Transparenz und Nachvollziehbarkeit bei der KI-Nutzung».
Der Kodex umfasst einen zweistufigen Melde- und Kontrollmechanismus. Bei Beschwerden können sich Betroffene an interne Stellen wenden, während eine unabhängige Ombudsstelle schwerwiegende Fälle behandelt. Diese wird jährlich Berichte veröffentlichen. Das WEMF hat zudem eine neue KI-Zertifizierung und ein Qualitätslabel entwickelt.
Bis Ende 2026 sollen gesetzliche Anpassungen zur Umsetzung der Europarat-Konvention in der Schweiz erfolgen. Der Schweizer Kodex ist das weltweit erste rechtlich bindende Instrument für den KI-Bereich, um Innovationen zu fördern und gleichzeitig die Grundrechte zu schützen.