Die Schweizer Paintball-Gemeinschaft ringt um die Anerkennung ihres Sports, der oft fälschlicherweise mit Militäraktionen assoziiert wird. Im Gegensatz zu den populären Freizeitangeboten findet im Turniersport das Spiel auf rechteckigen Feldern mit farbigen Stoff-Hindernissen statt. Severin Rüedi vom Paintball-Verband Swiss in Grenchen betont: «Es ist ein Sport, ein Mannschaftssport, ein taktischer und Teamsport.» Die Spieler konkurrieren auf speziell gestalteten Feldern mit 3er- oder 5er-Teams im Ziel, die gegnerische Grundlinie zu erreichen und einen Buzzer zu betätigen, ohne von einem Paintball-Geschoss markiert zu werden.
Paintballs sind meist aus biologisch abbaubaren Materialien wie Gelatinehüllen mit Lebensmittelfarbe oder Pflanzenöl gefertigt. Manfred Kleist hebt die Inklusivität des Sports hervor: «Auch weniger sportlich gebaute Spieler können teilnehmen und Freude haben.»
In der Schweiz gibt es zwei nationale Verbände, die Swiss Paintball Federation und den jüngeren Paintball-Verband Swiss, aufgrund unterschiedlicher Entwicklungsansätze. Diese Spaltung behindert jedoch eine einheitliche Stärkung der Szene, da die Infrastruktur begrenzt ist – nur zwei richtige Paintball-Felder stehen etwa 30 Schweizer Vereinen zur Verfügung.
Sicherheitsrichtlinien sind streng: Maskenpflicht auf dem Feld und Schutzvorkehrungen am Markierer ausserhalb. Verstöße ziehen Verwarnungen oder Sperren nach sich. Livio Meyer, Vorstandsmitglied des Paintball-Verbands Swiss, erwähnt die Einführung einer Schiedsrichterausbildung und betont die Seltenheit von ernsthaften Verletzungen.
Die Community spielt eine wichtige Rolle; viele Teilnehmer sprechen vom Gemeinschaftssinn. Sue Walter hat den Sport über ihre Kinder kennengelernt: «Hier gibt es keine Beschimpfungen oder Demütigungen.» Sie fügt hinzu: «Es ist wie eine große Familie, in der man füreinander da ist.»
Ziel der Szene ist mehr Bekanntheit und Spielplätze zu schaffen. In den USA hat Paintball als Turniersport längst Fuß gefasst, mit etablierten Ligen und professionellen Veranstaltungen. Auch in Europa, insbesondere in Frankreich und England, ist die Turnierszene gut entwickelt. Die Schweiz strebt danach, sich auf ähnliche Weise zu etablieren.