Traditionell gilt die Gefahr von Frostschäden in der Landwirtschaft als gebannt, sobald die sogenannten Eisheiligen – «Pankratius», «Servatius», «Bonifatius» und die «Kalte Sophie» – zwischen dem 12. und 15. Mai vorüber sind.
Doch Bodenfrost tritt nicht an bestimmten Kalendertagen auf, sondern ist abhängig von der zufälligen Grosswetterlage. Laut der gregorianischen Kalenderreform (1582) wären die Eisheiligen korrekterweise vom 20. bis zum 23. Mai zu datieren.
Studien des Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie zeigen, dass Bodenfrost während der sogenannten Eisheiligen in den letzten etwa 60 Jahren nicht häufiger vorkommt als zu anderen Zeiten im Mai. Bodenfrost entsteht bei einer Tiefsttemperatur von 5 Grad oder weniger sowie klaren und windstillen Nächten.
Für die Nacht auf Mittwoch, dem Tag des Servatius, sind diese Bedingungen gegeben, weshalb mit verbreitetem Bodenfrost gerechnet werden muss. In der Romandie und im Rhonetal könnte es sich dank einiger Wolken jedoch erträglich kühlen.
Die Nacht auf Bonifatius bringt meistens zu viel Wind und Wolken, was Frost verhindert. Die Kalte Sophie erreicht Tiefstwerte von rund 5 Grad, doch der bewölkte Himmel sorgt dafür, dass die Bodentemperaturen über dem Gefrierpunkt bleiben.
Nach den Eisheiligen wird es milder; bis Ende Mai nimmt die Wahrscheinlichkeit für Bodenfrost kontinuierlich ab, da Tiefdruckwetter für viele Wolken sorgt.