Die Flugsicherungsgesellschaft Skyguide hat am Dienstag bekannt gegeben, dass sie die Reduzierung von bis zu 220 Positionen prüft. In einer Mitteilung erklärte das Unternehmen, dass ein Konsultationsprozess bis Ende 2027 starten werde. Ziel dieses Schrittes sei es, die finanzielle Stabilität und den langfristigen Betrieb der Flugsicherung zu sichern. Gründe hierfür seien hoher wirtschaftlicher Druck, steigende Personalkosten sowie Systemkosten, unsichere Einnahmen, europäische Effizienzziele und komplexe interne Strukturen. Im Jahr 2025 beliefen sich die Personalausgaben auf rund 382 Millionen Franken bei Gesamtaufwendungen von 576 Millionen Franken.
In den ersten neun Monaten bis November 2026 könnten bis zu 90 Arbeitsplätze betroffen sein, während in der zweiten Phase zwischen Mai und Juni 2027 weitere bis zu 130 Stellen abgebaut werden könnten. Betroffen wären vor allem Mitarbeiter in Dübendorf und Genf, nicht jedoch die operativ tätigen Flugverkehrsleiter.
Die Gewerkschaft Syndicom kritisierte den geplanten Abbau scharf. Carol Ghiggi, Zentralsekretärin von Syndicom, erklärte, dass solche Ankündigungen erhebliche Unsicherheiten für die betroffenen Arbeitnehmer mit sich bringen. Sie forderten transparente Kommunikation gegenüber den Mitarbeitern, eine ernsthafte Prüfung alternativer Lösungen zu Kündigungen sowie sozialverträgliche Maßnahmen und strikte Einhaltung des Gesamtarbeitsvertrags.
Matthias Loosli, Mediensprecher von Syndicom, betonte in einer Anfrage, dass die Gewerkschaft Vorschläge machen werde, um Entlassungen zu verhindern oder deren Zahl zu reduzieren. Er forderte den Bund als Eigentümer der Skyguide AG auf, die finanzielle Notlage anzuerkennen und entsprechende Unterstützung bereitzustellen, damit Massenentlassungen vermieden oder zumindest minimiert werden könnten. Dies sei umso wichtiger, da es sich um einen bundesnahen Betrieb handele und die Corona-Folgen nicht auf dem Rücken der Mitarbeiter ausgetragen werden sollten. Syndicom steht in Kontakt mit den betroffenen Mitgliedern und Mitarbeitern und analysiert derzeit die angekündigten Maßnahmen.