Die US-amerikanische Musikerin Sofia Isella wird am 7. Mai in Zürich auftreten und mit ihrem Indie-Rock-Sound junge Frauen begeistern, die sich gegen Sexismus wehren. Ihre Auftritte im Vorprogramm von Taylor Swift zeigen, dass sie auf Glamour verzichtet und stattdessen provokative Energien nutzt.
Sofia Isella präsentiert sich mit fettigem Haar und schlabberiger Kleidung, die eher vor als hinter dem Körper verbirgt. Ihre düstere Ästhetik steht im Kontrast zu den glänzenden Bildern der Social Media und erinnert an Punk- oder Gothic-Stile. Mit Indie-Rock, gothischen Elementen und einem Gesangsstil ähnlich Billie Eilish kreiert Isella Musik voller Dramatik.
In ihren Texten thematisiert sie die Sexualisierung von Frauen, Sexismus und sexuelle Übergriffe. In Songs wie «Above The Neck» formuliert sie provokante Botschaften gegen solche Missstände: «If something’s dirty after you touch it / the problem is your hands, dipshit, cut it off». Diese Haltung reflektiert die Erfahrungen der Generation Z, geprägt durch öffentliche Missbrauchsfälle wie Pelicot und Epstein.
Der moderne Feminismus, den Isella vertritt, umfasst auch bewusste Provokation. Junge Frauen bezeichnen sich selbst als Männerhasserinnen oder lehnen heterosexuelle Beziehungen ab. Ihre Ästhetik passt in diesen Zeitgeist und drückt «female rage» aus – die Wut über Ungleichbehandlung.
Auf ihrer EP «Something Is A Shell» behandelt sie Themen wie Pornografie, Online-Hass und Religionskritik. Im Gegensatz zu feministischem Pop, der oft konsumierbar bleibt, ist ihre Musik hart und drastisch.
Im deutschsprachigen Raum dominieren Rap-Künstlerinnen wie Ikkimel oder Shirin David die Szene mit einem offensiven Umgang mit Sexualität. Isella hingegen inszeniert sich als erschöpfte Kämpferin, statt zu triumphieren.
Mit ihrem provokativen Stil gewinnt sie Anhängerinnen weltweit und trat bereits im Vorprogramm von Taylor Swift auf. Ihre Musikvideos sind verstörend und erinnern an Bodyhorrorfilme – eine bewusst schockierende Anti-Ästhetik.
Obwohl aus einem kreativen Elternhaus in Los Angeles stammend, hat Isella mit 21 bereits eine beeindruckende Karriere hinter sich. Früh veröffentlichte sie ihre EP «I’m Not Yours» und ist nun auf Welttournee.
Isellas Inspirationen reichen von Sylvia Plath bis zu ihrer Mutter – ein Mix aus Dichtung, dystopischen Elementen und Geschichten über psychische Abgründe, wie sie auf TikTok gefeiert werden. Sie stellt Fragen junger Frauen: Wohin mit der eigenen Wut?
Konzert in Zürich, X-tra, 7. Mai.