Eine Umfrage ergab, dass 54 Prozent der Frauen Ja zur SVP-Initiative „Keine 10-Millionen-Schweiz“ sagen würden. Dies überraschte sowohl linke als auch bürgerliche Politikerinnen. Die Ergebnisse zeigen keinen signifikanten Geschlechterunterschied, da die Zustimmung der Frauen jene der Männer von 51 Prozent sogar übertraf. Die Umfrage von „20 Minuten“ und Tamedia mit 16.176 Teilnehmern veranlasste Parlamentarierinnen aus verschiedenen Parteien zu einem Gruppenfoto im Bundeshaus in Bern, um gegen die Initiative zu protestieren. Unter den Teilnehmerinnen waren Politikerinnen wie Mattea Meyer (SP) und Aline Trede (Grüne), aber auch bürgerliche Frauen wie Susanne Vincenz-Stauffacher von der FDP. Dieses Foto sollte zeigen, dass viele Frauen gegen die Initiative sind, obwohl die Umfrage anders aussieht. Die Aktion betont, dass politische Ansichten unter Frauen vielfältig sind und nicht alle denselben linken Standpunkt teilen. Dies stellt das stereotype Bild von politischen Haltungen in Frage. Oft wird angenommen, dass Frauen soziale Themen stärker unterstützen als Männer, die eher wirtschaftliche Interessen haben. Die Umfrage zeigt jedoch, dass auch bei der jüngeren Generation Geschlechterunterschiede in Bezug auf Zuwanderung bestehen können. Politologen wie Thomas Milic und Michael Hermann erklären das überraschende Ergebnis damit, dass Frauen besonders von Themen der Nachhaltigkeit betroffen sind. Dies betrifft sie direkt durch Herausforderungen im Alltag, etwa bei Wohnraum oder Bildungsqualität. SVP sieht den Frauenzustimmungszuwachs auch als Reaktion auf Sicherheitsbedenken. Diese Ergebnisse zeigen, dass politische Einstellungen nicht allein von Geschlecht abhängig sind und die Annahme eines homogenen Frauenbildes in der Politik überdacht werden muss. Die nächste SRG-Umfrage soll weitere Einblicke bieten. Eine wichtige Erkenntnis ist, dass das Geschlecht kein politisches Programm darstellt.