Die spanische Justiz nimmt erneut den mysteriösen Tod von Isak Andic, dem Gründer der Modekette Mango, ins Visier. Der Milliardär stürzte im Dezember 2024 während eines Ausflugs im Montserrat-Gebirge bei Barcelona in die Tiefe.
Jonathan Andic wurde laut Angaben des staatlichen TV-Senders RTVE und weiterer Medienquellen festgenommen. Ein Polizeisprecher bestätigte diese Information auf Nachfrage.
Aktuell ist Jonathan Andic gegen eine Kaution von einer Million Euro freigelassen worden, wobei er seinen Reisepass abgeben musste.
Zunächst wurde der Tod des 71-Jährigen als Unfall eingestuft. Im Laufe der Ermittlungen wurden jedoch Zweifel laut, und Jonathan geriet ins Visier der Untersuchung, da auch sein Handy ausgewertet wurde.
Nach Informationen der katalanischen Polizei Mossos d’Esquadra war Jonathan Andic der einzige Begleiter seines Vaters, als dieser in die Tiefe stürzte. Ihm wird nun Totschlag vorgeworfen; Widersprüche in seiner Aussage hätten die Polizei auf ihn aufmerksam gemacht. Laut RTVE habe Isak Andics Lebenspartnerin von einem angespannten Verhältnis zwischen Vater und Sohn berichtet.
Die Spannungen sollen laut SRF-Wirtschaftsredaktor Manuel Rentsch mit der Unternehmensführung zusammenhängen. Jonathan sollte vor 15 Jahren die Leitung des Modekonzerns übernehmen, was jedoch nicht wie geplant verlief. Ein externer Manager wurde später an die Spitze gesetzt. Heute ist Jonathan Vizepräsident von Mango und hält gemeinsam mit seinen Schwestern rund 95 Prozent der Firmenanteile, was einem Vermögen von mehreren Milliarden Euro entspricht.
Die Familie weist alle Vorwürfe zurück und betont, dass es sich um einen Unfall handelt. Aufgrund der Geheimhaltung des Verfahrens gibt es nur wenige offizielle Informationen.
Das Unternehmen mit rund 2900 Filialen weltweit erzielte zuletzt einen Umsatz von etwa 3.8 Milliarden Euro, wie Rentsch anmerkt.