Neben Aufrufen zur Unterstützung schwer erkrankter Menschen und Opfer des Unglücks von Crans-Montana, finden sich auf Spendenplattformen auch Anfragen für Luxusgüter. Ein solcher Fall fasziniert Hannah K.*, eine Leserin von Nau.ch: Ein junger Mann ruft online nach Unterstützung für den Kauf einer teuren Kaffeemaschine mit separater Mühle, die 3177 Franken kostet. Er bezeichnet seine Spendenanfrage in der Kategorie «anderes soziales Projekt» auf Happypot und hat bereits 154 Franken von elf Spendern erhalten.
Der Mann rechtfertigt seinen Aufruf mit dem Ausfall seiner alten Maschine und weist darauf hin, dass die teure Marke Zuriga in der Schweiz produziere. Sein Argument lautet: «Mit Ihrer Spende können Sie mir und meinem Budget eine Freude bereiten.»
Auch andere Sammelaktionen für Luxuswünsche sind zu beobachten, wie jene einer Bernerin auf Gofundme, die Geld für ein «sorgloses Leben» sammelt, obwohl sie betont, dass der Großteil des Geldes vernünftig verwendet wird. Bislang blieb diese Anfrage jedoch ohne große Resonanz.
Eine 13-jährige Schweizerin plant sogar die Eröffnung eines Hotels in Kroatien und bittet um finanzielle Unterstützung aufgrund ihres Alters. Eine weitere Frau wendet sich an Spender für einen neuen Laptop.
Die Frage stellt sich, ob solche Aufrufe legitimen Spendensammlungen schaden könnten. Amnesty International Schweiz äußert zwar Präferenzen zugunsten von hilfsbedürftigen Menschen, sieht jedoch keinen erheblichen Einfluss auf ihre Einnahmen. Natalie Wenger betont die Wichtigkeit der Transparenz solcher Anfragen und warnt vor falschen Versprechungen oder menschenrechtsverletzenden Zielen.
Habiba Alami von Happypot gibt an, dass rund zehn Prozent der Aufrufe auf ihrer Plattform Freizeitwünsche betreffen. Viele dieser Aktionen sind kollektive Geschenke zu besonderen Anlässen. Auch Gofundme bestätigt die Existenz solcher Spendenaufrufe, sofern sie den Nutzungsbedingungen entsprechen.
Obwohl Luxussammlungen kritisiert werden, zeigt sich, dass Aufrufe mit einem klaren sozialen Hintergrund mehr Unterstützung erhalten. Die Plattformen prüfen gemeldete Inhalte sorgfältig und nehmen die Communitys Meinungen ernst.
*Name von der Redaktion geändert