Julian Amrein berichtet, dass die Zuger Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (Kesb) im vergangenen Jahr mit Kündigungen und verpassten Fristen zu kämpfen hatte. Ein neuer Massnahmenplan soll Abhilfe schaffen.
Der Geschäftsbericht 2025 zeigt, dass die Kesb mehrere Abklärungen nicht fristgerecht abschliessen konnte. Ende des Jahres waren über 100 Gefährdungsmeldungen offen. Präsident Mario Häfliger hofft auf Besserung durch den neuen Massnahmenplan.
Der Bericht zeigt, dass die Kesb mit der Bearbeitung von Abklärungen und Anordnungen im Kindes- und Erwachsenenschutz hinter ihren Zielen zurückblieb. 2025 erreichte sie nur 68 Prozent ihrer Ziele im Kindesschutz und 53 Prozent im Erwachsenenschutz.
Die Zahl der eröffneten Verfahren stieg von 2072 im Jahr 2024 auf 2218 im Jahr 2025, was zu Engpässen führte. Ende des Jahres waren 28 Gefährdungsmeldungen im Kindesschutz und 83 im Erwachsenenschutz offen. Die Kesb verursachte Kosten von rund 9,95 Millionen Franken.
Durch Kündigungen einiger Mitarbeiterinnen kam es zu Engpässen, doch alle Stellen sind wieder besetzt.
Häfliger erklärt, dass akut gefährdete Personen priorisiert behandelt werden. Bei nicht prioritären Fällen kann sich die finanzielle Lage der Betroffenen verschlechtern. Dennoch hat die Kesb laut Häfliger bereits viele offene Meldungen abgebaut.
Ein Beratungsunternehmen wurde beauftragt, um gegen Herausforderungen wie hohe Arbeitslast und Fachkräftemangel vorzugehen. Der Massnahmenplan sieht unter anderem eine Trennung von Amtsleitung und Präsidium vor. Die Umsetzung erfolgt mit externer Unterstützung.
Häfliger rechnet damit, dass die Kesb in diesem Jahr ihre Zielvorgaben nicht vollständig erreicht. Nach Implementierung der Massnahmen sollen die Bearbeitungszeiten jedoch wieder im Zielbereich liegen.