Die schrittweise Rückkehr von UKW soll erfolgen. Es ist jedoch festgelegt, dass das Signal in Autobahntunneln nicht empfangbar sein wird.
Nach einer Entscheidung im Dezember durch beide Parlamentskammern wurde die Abschaltung von UKW bis auf Weiteres verschoben; ursprünglich war für den 31. Dezember 2026 geplant, die analoge Technik zugunsten des digitalen Standards DAB+ auszuschalten.
Seit Anfang 2025 sendet die SRG ihre Radioprogramme aufgrund von Sparmassnahmen ausschliesslich über DAB+, was zu einem Verlust vieler Hörer geführt hat. Angesichts des Parlamentsentscheids will sie nun schnellstmöglich wieder UKW nutzen. Aktuelle Informationen deuten darauf hin, wie die Rückkehr organisiert werden könnte.
Ein SRG-internes Papier, das vom «Sonntags-Blick» veröffentlicht wurde, legt den Zeitplan und Kostenrahmen für diesen Prozess dar. Dieses Dokument entstand aus einer Arbeitsgruppe, die verschiedene Szenarien analysierte.
Im dritten Quartal dieses Jahres sollen 85 Prozent der Bevölkerung wieder SRG-Inhalte über UKW empfangen können, wie im Papier mit jährlichen Betriebskosten von 6,6 Millionen Franken vermerkt ist. Als nächstes Schritt wird angestrebt, dass ab Oktober Inhalte in 90 Prozent der Schweiz verbreitet werden, was die Kosten auf 8,1 Millionen Franken erhöhen würde. Im dritten Schritt soll bis Ende 2028 eine Versorgung von 95 Prozent erreicht werden, wofür Betriebskosten von 14,8 Millionen Franken anfallen würden – ungefähr so viel, wie die SRG durch den früheren UKW-Ausstieg sparen wollte.
Die SRG lehnt es ab, sich zum Bericht zu äussern und bezeichnet das Papier als vorläufig. Dennoch scheint ein ähnlicher Plan wahrscheinlich. Roger Schawinski, bekannter Radiopionier und Kritiker der UKW-Abschaltung, zeigt sich skeptisch gegenüber dem schrittweisen Ansatz und empfiehlt, nicht alle Sprachregionen wieder aufzuschalten.
Die definitive Vorstellung der Pläne bleibt offen. Die SRG deutet jedoch an, dass die Wiederherstellung komplex ist: Frequenzen, Konzessionen sowie zahlreiche technische und vertragliche Details müssen geregelt werden. Zudem waren vor der UKW-Abschaltung rund 800 von etwa 1400 Sendestandorten in Betrieb, die seit dem 1. Januar 2025 stillstehen.
Obwohl viele dieser Standorte alt sind und seit dem beschlossenen Ausstieg 2014 kaum noch investiert wurde, könnten sie dennoch funktionsfähig sein. Viele befinden sich zusammen mit anderen Sendern in geschützten Anlagen aus robustem Material und können nach mehreren Jahren ohne Betrieb schnell wieder starten.
Im Auto durch einen Tunnel zu fahren wird weiterhin nur ein Rauschen über UKW bringen, insbesondere bei Tunnellängen von mehr als 400 Metern. Das Bundesamt für Strassen (Astra) hat in den vergangenen Jahrzehnten freiwillig Signalverlängerungen für UKW in solchen Tunneln installiert, verzichtet aber seit 2020 auf diesen Service.
Für DAB+ ist das Astra verpflichtet, eine Infrastruktur in Tunnels zu integrieren. Die meisten UKW-Signalverlängerungen wurden abgebaut. Eine Rückkehr des UKW im Tunnelbereich wird derzeit nicht diskutiert und würde einen zweistelligen Millionenbetrag erfordern.