Die jüngsten Wahlen im Kanton Bern bestätigen ein bekanntes Muster: Amtsinhaber werden selten abgewählt. Dieses Prinzip scheint auch dieses Mal seine Gültigkeit bewahrt zu haben, da sich die politische Landschaft kaum verändert.
Der Wahlkampf in Bern zeichnete sich durch Sachlichkeit aus, geprägt von einer Abwesenheit großer Skandale und einem Fokus auf Inhalte statt Personal. Dennoch blieb der Wahltag spannend: Drei Sitze im Regierungsrat standen zur Neubesetzung an.
Die zentrale Frage war, ob die bürgerlichen Parteien den Linken einen Sitz abnehmen könnten. Die Kandidaten waren Raphael Lanz, Stadtpräsident von Thun, und Daniel Bichsel aus Zollikofen. Während die Bürgerlichen den Verlust ihres Sitzes durch Christoph Neuhaus (SVP) kompensieren konnten – mit Raphael Lanz als Nachfolger –, traten Christine Häsler (Grüne) und Christoph Ammann (SP) nicht mehr an. Die Grüne Aline Trede übernahm den Platz von Häsler, Reto Müller sicherte die SP-Position.
Trotz des Eintretens neuer Gesichter bleibt die Parteienverteilung unverändert: Vier Sitze für Bürgerliche, drei für Rot-Grün. Diese Konstellation spiegelt den politischen Willen der Bevölkerung wider und zeugt von einer konservativen Tradition, insbesondere in ländlichen Gebieten des Kantons. Dennoch sind progressive Stimmen vor allem in städtischen Zentren wie Bern präsent.
Auch im Kantonsparlament verfestigt sich die bürgerliche Mehrheit, was auf ein starkes Bedürfnis nach Stabilität hindeutet.
Thomas Pressmann, seit 2007 bei der Regionalredaktion Bern Freiburg Wallis tätig, berichtet regelmäßig über die politischen Entwicklungen in Stadt und Kanton Bern.
Regionaljournal Bern Freiburg Wallis, 29.3.2026, 17:30 Uhr